Stuttgart 21 Fehlende Transparenz bei Kosten-Prognose

Ein Bauarbeiter beim Gießen des ersten Kelchfuß für den künftigen Stuttgarter Hauptbahnhof: Die Kostenschätzung für das Großprojekt bleibt undurchsichtig.
Ein Bauarbeiter beim Gießen des ersten Kelchfuß für den künftigen Stuttgarter Hauptbahnhof: Die Kostenschätzung für das Großprojekt bleibt undurchsichtig. © Foto: Christoph Schmidt/dpa
Berlin / Fabian Ziehe 16.04.2018

Die Bundesregierung hält sich weiter bedeckt zu den Kosten des Bahnprojekts Stuttgart–Ulm, wenn es um einzelne Bauabschnitte geht. Auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hin erklärte das Verkehrsministerium: „Aufgrund noch ausstehender Ausschreibungen und laufender Vergabe- und Nachtragsverfahren können derzeit keine näheren Angaben zu den konkreten Planfeststellungsabschnitten und den Gewerken gemacht werden.“

Der Nürtinger Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel (Grüne) zeigte sich irritiert: „Die Antwort bedeutet, dass offenbar noch immer für keinen einzigen Planfeststellungsabschnitt Kostensicherheit gilt.“ Dabei habe die Bahn stets für das Gros der Gewerke von einem „hohen Maß an Kostensicherheit“ gesprochen. Die Bahn hatte die Kostenprognose auf 8,2 Milliarden Euro für Stuttgart 21 und weitere 3,7 Milliarden Euro für Wendlingen–Ulm angehoben. Die Zahlen fußen auf einem Gutachten für den Bahn-Aufsichtsrat. Details zur Berechnung gibt es nicht, auch nicht vom Verkehrsministerium.

Gastel zweifelt, dass die Bahn aktuell sagen kann, mit welchen konkreten Kosten zu schätzen ist. Er fürchtet, dass das ein Indiz für weitere Kostensteigerungen ist. „Die Bahn will das Kunststück schaffen, aus vielen Unbekannten konkrete Gesamtkosten zu ermitteln. Würde ihr dies gelingen, wäre sie Anwärterin für den Nobelpreis in Mathematik.“

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