Stuttgart FDP: Keine Förderung von Windkraft mehr

FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke: weniger Geld für Erneuerbare, mehr für Stromleitungen.
FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke: weniger Geld für Erneuerbare, mehr für Stromleitungen. © Foto: dpa
Stuttgart / BETTINA WIESELMANN 01.04.2014
Die FDP fordert eine Wende bei der Energiewende: Statt des Zubaus von Wind- und Sonnenenergie sollten Netze und Speicher gefördert werden.

Keine 1000 (Grün-Rot), aber auch keine 600 (CDU) Windräder im Land will die FDP mehr gefördert sehen - sondern gar keine. "Wir wollen uns aus der Förderung der Windenergie verabschieden", sagte der Fraktionschef und stellvertretende Landesvorsitzende Hans-Ulrich Rülke der SÜDWEST PRESSE. Die Landtagsfraktion hat ihre energiepolitische Position neu justiert. Nun spricht sich die Partei dafür aus, die finanziellen Ressourcen auf die notwendigen neuen Stromtrassen und die Entwicklung von Strom-Speichermöglichkeiten umzulenken.

Angesichts der zögerlichen Fortschritte auf diesen Feldern fordert Rülke "schnelles Handeln." Andernfalls "schließt sich das Zeitfenster und wir bekommen wieder eine Diskussion über die Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke". Der Ausbau der Windkraft in Baden-Württemberg komme schon aus naturschutzrechtlichen Gründen kaum voran. "Ohne Netze und Speichermöglichkeiten macht es zudem keinen Sinn, den dritten Schritt vor dem ersten zu tun."

Rülke sieht in EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) einen in der Sache Verbündeten. Erst kürzlich hatte der FDP-Fraktionschef erklärt, Oettinger spreche "offenkundig erkennbare Wahrheiten" aus, wenn er feststelle, dass man ohne Speicherkapazitäten und Netzausbau nicht einfach immer weiter Sonnen- und Windenergie ausbauen könne, zumal damit auch Milliarden an Subventionen verschleudert würden. "Wer kein ideologieverformtes Brett vor dem Kopf hat, der sieht das auch ein."

Die Grünen-Vorsitzenden Thekla Walter und Oliver Hildebrand hatten Oettingers Äußerungen scharf kritisiert. Damit werde die Energiewende zum Erliegen kommen und Strom aus Kohle und Atom in Deutschland und Europa hätten wieder eine Zukunft.

Themen in diesem Artikel
Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel