Auf der Urlaubsmesse CMT, die am Samstag in Stuttgart eröffnet worden ist, rückt die Welt zusammen. Auf kompaktem Raum werden die vielfältigsten Reiseangebote präsentiert: Von den Balearen zu den Premiumwanderwegen auf der Zollernalb ist es nur ein Katzensprung, Schottland ist ausnahmsweise Nachbarland von Indien, und direkt neben dem Stand des Messe-Partnerlands Serbien können sich die Besucher über Karawanen-Reisen in Afrika informieren. Fast 2000 Aussteller aus etwa 90 Ländern und 360 Regionen sind es dieses Jahr.

"Vor allem im Caravan-Sektor ist die Zahl der Aussteller gestiegen", sagt Messe-Geschäftsführer Roland Bleinroth. Damit wächst die größte Stuttgarter Messe langsam aber sicher über das Messegelände hinaus. Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn sicherte in seiner Begrüßungsrede bei der Eröffnungsfeier zu, dass eine weitere Halle gebaut werden soll.

In den Messehallen erwartet die Besucher der größten Tourismus-Messe der Welt ein riesiges Angebot rund ums Reisen. Alle paar Meter riecht es nach einer anderen kulinarischen Spezialität der Ausstellerländer. Softeis aus Dänemark, Speck aus dem Schwarzwald oder französische Crêpes und dazwischen Besucher, die tütenweise Infomaterial und Reisebroschüren schleppen.

Einen Einblick in die Kultur der Reiseziele boten die verschiedenen Folklore-Gruppen, die an den Messeständen auftraten. Serbische Tänzerinnen drehten sich zu Balkan-Brass-Klängen. Aus der Dominikanischen Republik waren ebenfalls Tänzer und Musiker angereist.

Für Menschen, die im Urlaub nicht nur entspannen, sondern auch aktiv werden wollen gab es am ersten Messewochenende eine Sonderausstellung für Erlebnis-, Fahrrad- und Wanderreisen. Die ganze Halle erfüllte Fahrradgeklingel, denn die Anbieter hatten ihre aktuellen Modelle dabei. Auf einem Testparcours konnte man einige Fahrräder testen. Podiumsdiskussionen und Vorträge rund ums Wandern und Fahrradfahren klärten die Besucher über Themen wie E-Bike, Geocaching und GPS-Wandern auf.

Beim Schwäbischen Albverein sieht man einen aktuellen Trend im Gesundheitswandern. Dabei werden zwischendurch Entspannungs- und Gymnastikübungen eingestreut. Jüngere wollten dagegen sportliches Wandern: Mehr Kilometer, die gleiche Strecke in kürzerer Zeit. Um auch Kinder und Jugendliche vom Wandern zu begeistern, hat sich die Albvereinsjugend einiges einfallen lassen: "Wir veranstalten Freizeiten, verbinden Wandern mit Geocaching oder stellen Aufgaben, die gelöst werden müssen." Das kommt an bei den Kindern: "Viele sagen, das hätte ich zuhause nie gemacht, und sind dann stolz auf sich."

Auch Freunde des Wohnmobil-Reisens finden bei mehr als 800 Fahrzeugen etwas für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel. Messegeschäftsführer Bleinroth kündigte bei der Eröffnung an: "Der Trend geht zu günstigeren Einstiegsmodellen bei den Wohnmobilen und Wohnwagen." Aber auch die Luxusklasse ist vertreten und zieht mit ausfahrbaren Modellen und Wohnmobilen von den Ausmaßen eines Lastwagens, der Ausstattung einer Hotelsuite und dem Preis eines Eigenheims die Blicke auf sich. In den Kofferraum passen dann nicht nur Fahrräder, sondern auch ein Kleinwagen oder das sportliche Cabrio.

Dass eine Behinderung nicht gleich einen Verlust des Reisevergnügens bedeuten muss, zeigt die ABS (Aktive Behinderte Stuttgart und Umgebung). Sie sammelt Angebote von barrierefreien Unterkünften und Reiseanbietern. "Damit Menschen mit Behinderung nicht überall nachfragen müssen, haben wir das gemacht", sagt ABS-Geschäftsführer Peter Epp. Barrierefreies Reisen sei vor allem im Zeitalter des demografischen Wandels ein wachsender Markt: "Viele Menschen brauchen im Alter einen Rollator oder Rollstuhl. Die Anbieter gehen nun auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung ein", sagt Epp, der selbst im Rollstuhl sitzt.

Die Messe läuft bis zum 19. Januar. Am zweiten Messewochenende findet eine Sonderausstellung zu Golf- und Wellnessreisen und zu Kreuzfahrt- und Schiffsreisen statt.

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