Karlsruhe Explosion auf Campus: 16 Menschen bei Chemie-Experiment verletzt

Karlsruhe / LSW 17.01.2014
Ein einfaches Experiment hat für einen Chemiekurs am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ein böses Ende genommen: 16 Menschen wurden bei einer Explosion in einem Großlabor verletzt. Zu dem Unglück kam es am Mittwochabend während der Entsorgung von Chemikalien, wie das KIT mitteilte.

Ein einfaches Experiment hat für einen Chemiekurs am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ein böses Ende genommen: 16 Menschen wurden bei einer Explosion in einem Großlabor verletzt. Zu dem Unglück kam es am Mittwochabend während der Entsorgung von Chemikalien, wie das KIT mitteilte.

Das Experiment war Teil eines Grundpraktikums für Studierende des dritten Semesters im Fach Organische Chemie. In dem Großlabor auf dem KIT-Südcampus befanden sich kurz vor dem Unfall 15 Menschen. Beim Aufräumen kam es auf dem Weg zum Sicherheitsschrank mit den Abfallbehältern zu einer Explosion von Nitriersäure, die aus Schwefel- und Salpetersäure besteht. Sie zerstörte einen Glasbehälter. Ein 24 Jahre alter Student wurde von Glassplittern schwer, ein weiterer Student mittelschwer verletzt. Außerdem mussten sich 14 Menschen, da sie die austretenden Dämpfen einatmeten, in Behandlung begeben. Unter ihnen war auch ein Feuerwehrmann.

Der genaue Hergang des Unglücks wird jetzt untersucht, die Polizei ermittelt. Die Institutsleitung weist indes jede Schuld von sich. "Wir bedauern sehr, dass es zu diesem Unfall gekommen ist und hoffen, dass die Verletzten keine bleibenden Schäden davontragen und sich schnell erholen", sagte der für Lehre zuständige KIT-Vizepräsident Alexander Wanner. Für das Praktikum seien alle erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden. Die Studenten seien vor dem Experiment entsprechend unterwiesen worden.

Bei der chemischen Verbindung von Schwefel- und Salpetersäure kommt es normalerweise nicht zu Reaktionen. Möglicherweise habe eine organische Verbindung zur Explosion des Glasbehälters geführt, sagte eine KIT-Sprecherin.

Die Feuerwehr sperrte das Gelände auf dem Campus nach der Explosion weiträumig ab. In der Nacht zum Donnerstag gab sie dann aber Entwarnung: Alle ausgetretenen Chemikalien seien aufgenommen worden. Messungen hätten ergeben, dass keine gesundheitsschädlichen Gase ins Freie gelangt seien. Der Schaden wurde auf 10 000 Euro geschätzt.

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