Stuttgart Ex-Landeschef Teufel und CDU-Vize Mack stellen ihr Buchprojekt vor

Stuttgart / ROLAND MUSCHEL 18.07.2014
Alt-Ministerpräsident Teufel gibt mit CDU-Landesvize Mack ein Buch heraus. In dem Werk geht es um Lehren aus der Krise. Sein Zustandekommen darf aber auch als politischer Fingerzeig gewertet werden.

"Das Buch ist kein Fahrplan ,zurück an die Macht 2016, sondern beschäftigt sich mit grundsätzlichen programmatischen Fragen", sagt Winfried Mack, 48. Neben dem CDU-Landes- und Fraktions-Vize sitzt Altministerpräsident Erwin Teufel, 74. "Er ist ein Mann, der auch über die Tagesarbeit hinausdenkt", sagt der Ältere über den Jüngeren. Die meisten Abgeordneten, sagt Teufel noch, würden sich gut um die Tagesarbeit kümmern. Aber die wenigsten würden auch mal zu einem Buch greifen.

Die zwei kennen sich seit langem. Nun geben sie zusammen ein Buch heraus. Es heißt "Aus der Krise lernen" und erscheint kommenden Montag (21. Juli). Nach dem Machtverlust der Südwest-CDU 2011 hat Mack die "Zukunftswerkstatt" seiner Partei geleitet, da ging es eigentlich um das gleiche Thema. Aber es war eher eine "Sache der Selbstvergewisserung". Das Buch dagegen, sagt Mack, wende sich an politisch Interessierte, "die fragen: Wie gehts weiter?" Es gebe, ergänzt Teufel, mehr politisch Interessierte als man so glaube. "Und sie sitzen in der Regel nicht in den Parlamenten."

Es geht in den über 30 Beiträge nicht um Landespolitik, es geht um das große Ganze. Um die Finanz- und Vertrauenskrise. Um Big Data und die Zukunft Europas. Autoren sind beispielsweise Ex-CDU-Generalsekretär Heiner Geißler, der frühere Bundesverfassungsrichter Udo di Fabio oder FAZ-Mitherausgeber Holger Stelzner. Es gebe, fasst Teufel eine Kernthese des Buchs zusammen, eine Vertrauenskrise, die fast alle Lebensbereiche betreffe.

Aber aus Krisen könne man auch lernen. Eine Lehre müsse sein, das Vertrauen in Europa und den Euro wieder zu stärken - etwa indem man die Stabilitätskriterien wieder in Kraft setze. Die Zukunft des Kontinents ist sein großes Thema. Mack schafft es, das Ganze auch aufs Land runter zu brechen: Gefragt sei nachhaltige Politik. Diese könne er bei der grün-roten Neuverschuldung nicht erkennen.

Der in Ellwangen (Ostalbkreis) beheimatete Mack hat seine Karriere als Mitarbeiter von Teufel begonnen. Er war in dessen Regierungszeit sechs Jahr lang Referatsleiter für Grundsatzfragen im Staatsministerium. Danach wechselte er in den Landtag, wo er als Abgeordneter die Arbeit des CDU-Regierungschefs unterstützte. Auch nach Teufels Ausscheiden aus dem Amt 2005 haben die beiden Kontakt gehalten.

Der Altministerpräsident, heißt es in der CDU, halte schon lange große Stücke auf Mack. Der hatte indes bei den jüngsten Vorstandswahlen der Fraktion einen Dämpfer erhalten. Manche sahen den Partei- wie Fraktionsvize deshalb schon auf dem absteigenden Ast. Dass ihn der populäre Teufel nun mit dem gemeinsamen Buch adelt, darf auch als Fingerzeig verstanden werden: Vergesst mir den Ellwanger nicht!

Info Erwin Teufel / Winfried Mack, Aus der Krise lernen. Verlag Herder, Freiburg 2014. 440 Seiten. 24 Euro.

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