Land am Rand Es ist ein Geben und Nehmen

Tübingen / Madeleine Wegner 10.07.2018

Von wegen „Geben ist seliger denn Nehmen“. Tübinger Neurowissenschaftler haben herausgefunden, dass gegensätzliche Interaktionen mit anderen Menschen – also Werfen und Fangen oder eben auch Geben und Nehmen – jeweils als Handlungspaare im Hirn funktionieren und Neutronen ähnlich darauf anspringen. Gibt’s dafür vielleicht ein Beispiel? Klar. Angenommen, jemand reicht mir eine Freikarte für das nächste Helene-Fischer-Konzert... Moment, nein, schlechtes Beispiel. Nehmen wir lieber ein anderes: Also angenommen, ich gebe Helene Fischer ein Schälchen mit Krabben-Salat. Natürlich ist das etwas ganz anderes, als wenn ich ihr eines Nachts den Atem nehme (kleiner Scherz am Rand). Aber wenn ich von ihr nun, sozusagen als Gegenstück, sagen wir ein Pfefferminz-Bonbon annehme, dann passiert in meinem Gehirn etwas ähnliches wie bei der vorherigen Krabben-Aktion. Denn: „Geben und Nehmen sind im Gehirn zusammen repräsentiert“, sagt der Leiter der Studie, Stephan de la Rosa vom Tübinger Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik. Damit sei es auch wahrscheinlich, dass es Neuronen gibt, die gleichartig für je beide Handlungen antworten. Diese Erkenntnis könnte für die Autismus-Forschung nützlich sein. Die Wissenschaftler haben auch herausgefunden, dass sich der neuronale Gleichklang ausschließlich auf Handlungspaare bezieht und somit beispielsweise nicht auf das Tanzen zutrifft. Das hat mit Helene Fischer, nur mal als Beispiel genommen, natürlich nichts zu tun.

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