Stuttgart Erfolgreiche Integration nicht aus dem Blick verlieren

Gisela Erler, baden-württembergische Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung (Bündnis 90/Die Grünen). Foto: Marijan Murat
Gisela Erler, baden-württembergische Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung (Bündnis 90/Die Grünen). Foto: Marijan Murat © Foto: Marijan Murat
Stuttgart / DPA 26.06.2018

Die öffentliche Aufmerksamkeit beim Thema Integration liegt nach Ansicht der zuständigen Staatsrätin Gisela Erler (Grüne) zu stark auf Innerer Sicherheit und Kriminalität. Dabei gebe es erfolgreiche Integrationsarbeit in den Kommunen, sagte sie am Dienstag in Stuttgart. Als Beispiel nannte sie die vom Land mit 160 000 Euro geförderten 54 kommunalen Flüchtlingsdialoge, die ehren- und hauptamtliche Integrationshelfer in Kontakt bringen.

Themen der Veranstaltungen mit Vertretern der Gemeinden, der Polizei, der Arbeitgeber oder von Wohlfahrtsverbänden sind Arbeit, Wohnen, Spracherwerb und Ehrenamt. Unter den bislang 3400 Teilnehmern waren rund 200 Flüchtlinge. In einem neuen Format der Bürgerbeteiligung, den Nachbarschaftsgesprächen, sollen laut Erler Zuwanderer stärker einbezogen werden. Dazu steuere das Land 600 000 Euro bei. Probleme bereiteten den Helfern an der Basis drohende Abschiebungen.

Nach Angaben von Integrationsminister Manne Lucha (Grüne) sind derzeit auch 1000 Integrationsmanager im Einsatz, die den Flüchtlingen ganz praktisch bei Arbeits- und Wohnungsuche oder Behördengängen helfen. Es war zuvor bezweifelt worden, dass diese vom Land angepeilte Zahl auch gefunden werde. Gemeinden, Städte oder Landkreise können die Integrationsmanager - meist Sozialarbeiter - engagieren. Das Land stellt dafür im Rahmen des Paktes für Integration mit den Kommunen jeweils 58 Millionen Euro für die Jahre 2017 und 2018 bereit. Begegnungen von Flüchtlingen und Helfern verringerten die Gefahr von Parallelstrukturen, sagte Lucha.

Pakt für Integration

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