Der monatelange Streit um die Zukunft des geistig behinderten Henri aus Walldorf (Rhein-Neckar-Kreis) ist beigelegt. Nach den Sommerferien wechselt der Zwölfjährige auf eine Realschule an seinem Wohnort. Dort werde er eine Klasse besuchen, in der behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam unterrichtet werden, sagte seine Mutter Kirsten Ehrhardt. Vergangenes Jahr habe die Realschule die Aufnahme noch abgelehnt, sagte sie. "Wir sind sehr glücklich. Wir finden, dass es ein Happy End für Henri ist." Er kenne dort viele Kinder. "Für ihn ist es ein Heimspiel."

Der Fall war vor einem Jahr bundesweit durch die Medien gegangen. Henris Eltern wollten erreichen, dass ihr Sohn nach der vierten Klasse mit seinen Freunden auf das Gymnasium oder die Realschule in Walldorf wechselt. Doch die Wunschschulen lehnten die Aufnahme des Jungen ab. Das Kultusministerium entschied, den Beschluss des Gymnasiums nicht aufzuheben. Derzeit wiederholt Henri die vierte Klasse seiner Grundschule.

Einen Schulabschluss könne ihr Sohn weder auf dem Gymnasium noch an einer Realschule erreichen, sagte Ehrhardt. Er habe andere Lernziele als seine Mitschüler, auch jetzt an der Grundschule. Ihr und ihrem Mann sei es darum gegangen, dass Henri denselben Weg wie die anderen Kinder gehen könne und keine andere Schule besuchen müsse.

Nach Monaten des Rückzugs meldet sich Ehrhardt nun auch mit einem Buch wieder in der Öffentlichkeit zurück. "Henri. Ein kleiner Junge verändert die Welt" erscheint am 11. Mai im Heyne-Verlag. Henris Mutter hatte sich zunächst für etwa ein Jahr aus der Öffentlichkeit weitgehend zurückgezogen und keine Medienanfragen mehr zu dem Fall beantwortet. Anfangs hatte sie mehrere Pressemitteilungen verschickt.

Im vergangenen Mai sagte sie der Deutschen Presse-Agentur: "Es gibt eine Zeit zu reden und es gibt eine Zeit zu schweigen." Zu ihrem Buch über Henri steht sie wieder für Interviews zur Verfügung.