Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat davor gewarnt, den Klimawandel und seine Folgen zu unterschätzen. Wenn nicht entschieden gegengesteuert werde, sei mit naturwissenschaftlicher Gewissheit mit Hitzewellen, Wasserknappheit oder Ernteausfällen zu rechnen, sagte er bei der internationalen Klimakonferenz am Mittwoch in Heidelberg. „Mit Naturgesetzen kann man nicht verhandeln“, fügte er bei der „International Conference on Climate Action 2019“ (ICCA2019) hinzu. Teile Mittel- und Südamerikas, Afrikas und Südasiens würden ohne sofortiges Handeln kaum noch zu bewohnen sein. Das sei extrem ungerecht, hätten doch diese Regionen am allerwenigsten zum Klimawandel beigetragen. Schließlich würde der Klimawandel zu Katastrophen, Kriegen und Flüchtlingsströmen führen. Der Grüne ist seit 2011 Regierungschef im Südwesten. Bei der Konferenz trat auch eine Gruppe junger Menschen der Bewegung „Fridays for future“ auf. Die Klimawende sei kein Luxus, sondern ein Voraussetzung für ihre Zukunft, sagte ein Sprecher. Die jungen Menschen sprachen sich für eine sofortige CO2-Abgabe, das Abschalten aller Kohlekraftwerke bis 2030 und das Erreichen der Klimaneutralität bis 2035 aus. Deutschland stehe als viertgrößter Treibhausgas-Verursacher weltweit in der Pflicht.

„ICCA 2019“ (International Conference on Climate Action)