Stuttgart Land spürt Engpässe in der Baubranche: Kostensteigerungen

Bauarbeiter stehen auf der Baustelle der Württembergischen Landesbibliothek auf einem Gerüst. Foto: Sebastian Gollnow
Bauarbeiter stehen auf der Baustelle der Württembergischen Landesbibliothek auf einem Gerüst. Foto: Sebastian Gollnow © Foto: Sebastian Gollnow
Stuttgart / DPA 29.08.2018

Das Land Baden-Württemberg bekommt die Engpässe in der Baubranche zu spüren - und damit letztlich auch der Steuerzahler. Finanzstaatssekretärin Gisela Splett (Grüne) sprach am Mittwoch in Stuttgart von steigenden Kosten bei eigenen Bauvorhaben und einem Fachkräftemangel. Auf manche Ausschreibungen für Bauleistungen gebe es nur ein bis zwei Angebote. Dann sei der Preis meist deutlich höher als er vom Land geplant worden sei.

Von 4400 abgeschlossenen Bauaufträgen zwischen Anfang 2017 und März 2018 seien rund 17 Prozent etwa 20 Prozent teurer gewesen - das habe rund 123 Millionen Euro ausgemacht. Manchmal könnten die Kostensteigerungen an anderen Stellen wieder wettgemacht werden. Unterm Strich hätten sich die Aufträge in dem genannten Zeitraum aber von 787 Millionen Euro auf 848 Millionen Euro verteuert, hieß es.

Die grün-schwarze Landesregierung hat nach Spletts Worten im vergangenen Jahr rund 840 Millionen Euro in den Neubau, die Sanierung und den Unterhalt von Landesimmobilien gesteckt. Darunter fallen beispielsweise Büroflächen, aber auch landeseigene Schlösser, Universitätsgebäude oder Bibliotheken wie die Württembergische Landesbibliothek in Stuttgart. In diesem Jahr sollen rund 850 Millionen Euro verbaut werden - im kommenden Jahr 950 Millionen.

Insgesamt ist nach Spletts Worten jährlich und dauerhaft rund eine Milliarde Euro nötig, um landeseigene Gebäude in Schuss zu halten, neu zu bauen und nach und nach den Sanierungsstau abzubauen. Diese Marke wird 2019 annähernd erreicht. Der Landtags-SPD ist der Betrag aber nach wie vor zu wenig. Ihr Finanzexperte Rainer Stickelberger forderte Investitionen in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro im Jahr.

Auch der Fachkräftemangel macht sich in der staatlichen Bauverwaltung bemerkbar, in der rund 2700 Menschen beschäftigt sind. „Wir suchen mit allen Mitteln neue Kollegen“, sagte die Vizedirektorin des Landesbetriebs Vermögen und Bau, Raphaela Sonnentag. 50 Stellen seien derzeit unbesetzt. Sehr gefragt seien beispielsweise Architekten und Fachingenieure.

AfD-Fraktionvize Rainer Podeswa forderte die Landesregierung auf, sowohl mehr Geld in Sanierungen als auch in den Schuldenabbau zu stecken. Derzeit ist das Land Baden-Württemberg mit 46,3 Milliarden Euro am Kreditmarkt verschuldet.

Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württemberg

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