Bildungsplattform Eisenmann verärgert über „Ella“-Entwickler

Verärgert: Kultusministerin Susanne Eisenmann.
Verärgert: Kultusministerin Susanne Eisenmann. © Foto: Felix Kästle/dpa
Stuttgart / Axel Habermehl 07.07.2018

Neue Irritationen um „Ella“: Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) ärgert sich über die jüngste Verlautbarung der Entwickler der Bildungsplattform für Baden-Württembergs Schulen: „Ich finde es etwas unglücklich, solche Signale auszusenden und bei den Schulen falsche Hoffnung zu wecken, dass alles funktioniere und es einen schnellen Start gäbe“, sagte Eisenmann dieser Zeitung.

„Ella“ („Elektronische Lern- und Lehrassistenz“) hätte eigentlich im Februar in Testbetrieb gehen sollen, ist aber wegen technischer Probleme bisher nicht einsatzfähig. Stattdessen gibt es teils robuste politische Auseinandersetzungen. Eisenmann bezieht sich nun mit ihrer Kritik auf einen Brief von Stefan Dallinger, Vorsitzender des Zweckverbands „Kommunale Informationsverarbeitung Baden-Franken“ (KIVBF), der „Ella“ entwickelt.

Dallinger, CDU-Landrat des Rhein-Neckar-Kreises, hatte letzte Woche (wie berichtet) den Verbandsmitgliedern unter anderem mitgeteilt: „Ich kann Ihnen auch berichten, dass zwischenzeitlich die technischen Ursachen für den Stopp der Produktivsetzung im Februar behoben sind.“

Daraufhin schrieb Eisenmanns Amtschefin Gerda Windey eine Mail an Dallinger und schlug vor, wenn die Probleme behoben seien, könne man doch zügig in den Testbetrieb gehen; vielleicht noch vor den Sommerferien? „Das wäre doch eine hervorragende Gelegenheit, um alle Zweifler zu überzeugen und auch dem Bildungsausschuss vor Augen zu führen, dass das Projekt „Ella“ nicht gescheitert ist“, schrieb Windey. Eisenmann werde „terminlich nichts unversucht lassen, um die Präsentation der Echtversion von „Ella“ zu ermöglichen“.

Doch so einfach ist es nicht. Auf Windeys fünf Sätze kurze Mail antwortete Dallinger auf zwei Seiten. Unter Verweis auf laufende Arbeiten, Nachbesserungen, Tests und Gespräche begründet er, warum das wenig ratsam sei. Zwar sei die Freischaltung von 100 Pilotschulen zum Schuljahresende grundsätzlich möglich. „Dies würde aber lediglich den Entwicklungsstand Februar 2018 abbilden.“ Einige vereinbarte technische Verbesserungen „wären damit noch nicht Bestandteil einer solchen Freischaltung“.

Eisenmann schlussfolgert: „Ich bin Germanistin und traue mir eigentlich zu, den Satz ,Die technischen Ursachen für den Stopp sind behoben‘ so zu interpretieren, dass da wenig Spielraum bleibt. Aber der Satz ist offenbar doch interpretierbar.“ Sie warte nun auf die für nächste Woche angekündigte Stellungnahme von KIVBF.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel