Baden-Baden Einzige Indizien: Handy-undGPS-Daten

Baden-Baden / DPA 16.04.2016
Im Indizienprozess gegen sieben Georgier ist die Anklage überzeugt, dass sie bandenmäßig eingebrochen sind. Den Verteidigern fehlen dafür Beweise.

Im Prozesses gegen eine mutmaßliche Diebesbande aus Georgien haben die Verteidiger vor dem Landgericht Baden-Baden Freisprüche gefordert. Die Indizien reichen ihrer Überzeugung nach nicht für Verurteilungen. Den Männern im Alter von 21 bis 40 Jahren könnten keine konkreten Tatbeteiligungen nachgewiesen werden, sagten sie am Freitag in ihren Plädoyers. Die Staatsanwaltschaft hingegen hatte zuvor Haftstrafen zwischen zwei Jahren und neun Monaten sowie zwölf Jahren und sechs Monaten gefordert.

Seit vergangenem November wird gegen die in Untersuchungshaft sitzenden Männer wegen bandenmäßigen Einbruchs verhandelt. Laut Anklage sollen sie von Ende 2014 bis Anfang 2015 in wechselnder Besetzung insgesamt 37 Einbrüche in Häuser und Wohnungen begangen haben, darunter in Pforzheim, Freudenstadt und Sindelfingen (Kreis Böblingen). Die Beute der Diebesbande bestand unter anderem aus Schmuck und Bargeld. Der Prozess wird wegen des jüngsten Angeklagten vor der Jugendkammer geführt. Das Urteil soll am kommenden Donnerstag fallen.

Die Staatsanwaltschaft stützte sich in ihrer Beweisführung wesentlich auf die Auswertung der Telefonüberwachung der Angeklagten. Außerdem konnte anhand von GPS-Daten nachvollzogen werden, wo sich das Auto befand, das für die Taten eingesetzt worden sein soll. Die Ermittler hatten es mit einem entsprechenden Ortungsgerät versehen. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft hatte sich in der Gesamtschau der Indizien kein Zweifel an der Täterschaft ergeben.

Ein Verteidiger hielt in seinem Plädoyer dagegen: "Die Feststellungen sind sehr, sehr dürftig." Es gebe keine DNA-Spuren, keine Fingerabdrücke, keine Fußabdrücke und keine Zeugen, die einen der Angeklagten als Täter identifizieren könnten. Die Hauptverhandlung habe auch keine Hinweise darauf ergeben, dass es bandenmäßige Absprachen gegeben habe.

Der Umfang des Strafverfahrens sei außergewöhnlich, sagte eine Sprecherin des Gerichts. Demnach wurden 52 Zeugen vernommen, zudem sagten fünf Sachverständige aus. Jeder Angeklagte hat mindestens einen Verteidiger. Ihnen stehen mehrere Dolmetscher zur Seite. Die Akten zu dem Fall füllen 30 Ordner. Bis zu den Plädoyers am Freitag gab es 15 Verhandlungstage.