Heidelberg / SABINE HEBBELMANN, DPA  Uhr
Mit Ionenstrahlen rückt ein Gerät in Heidelberg dem Krebs zuleibe. Das schonende Verfahren erlaubt auch die Behandlung schwer erreichbarer Tumore.

Ein Gerät zur schonenden Strahlentherapie Krebskranker hat das Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum (HIT) gestern in Betrieb genommen. Die Ionen-Gantry ist eine mehr als 600 Tonnen schwere und drei Stockwerke hohe Konstruktion aus Stahl. Die Strahlenquelle dreht sich so lange um einen Patienten, bis die optimale Position erreicht ist. So ließen sich auch versteckt im Körperinneren liegende Tumore auf den Millimeter genau ins Visier nehmen, teilte das Zentrum mit.

Die Teilchen werden dabei auf bis zu drei Viertel der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt, dringen aber nur maximal 30 Zentimeter tief in das Gewebe ein. Wie der Ärztliche Direktor des HIT, Prof. Jürgen Debus, sagte, handelt es sich um ein besonders präzises und schonendes Verfahren. Die Wirksamkeit unterschiedlicher Teilchenarten für unterschiedliche Tumore soll in klinischen Studien nachgewiesen werden.

Seit 2009 konnten im HIT an zwei Behandlungsplätzen bereits 1200 Patienten mit Schwerionen- und Protonenstrahlung behandelt werden, darunter viele Kinder.

Mit dem Start der Gantry in Anwesenheit von Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) wurde die Eröffnung des Deutschen Konsortiums für Transnationale Krebsforschung gefeiert. Es soll die Verbindung zwischen Grundlagenforschung und Anwendung stärken, Kompetenzen bündeln und universitäre und außeruniversitäre Forschung besser vernetzen.