Glosse Handtuch auf der Liege: typisch Deutsch

Winterreute / Melissa Seitz 17.05.2018

Ein Urlaubsort in der Türkei: Es ist 8 Uhr und Zeit fürs Frühstück. Der Weg zum Hotel-Restaurant führt vorbei an den Pools. Der Blick in Richtung Schwimmbecken lässt für den Wasserspaß am Mittag Böses ahnen: Die Liegen sind verschwunden – unter unzähligen Handtüchern. Hier waren wieder die Deutschen am Werk, keine Frage. Wenn das Handtuch ausgebreitet auf einer Liege liegt, bedeutet das: „Finger weg, das ist meins.“

Nur die wenigsten trauen sich, eine besetzte Liege für sich in Anspruch zu nehmen. In Winterreute (Landkreis Biberach) wurde die typisch deutsche „Regel“ gebrochen – und zwar mit schweren Folgen.

Eine Familie wollte sich für das Mittagessen schon einmal einen schönen Platz in der Nähe des öffentlichen Grillplatzes reservieren. Ganz selbstverständlich wurde mit einer Decke der Tisch zum Eigentum erklärt. Als die Familie später wieder an den Grillplatz zurückkam, konnten sie ihren Augen nicht trauen: Die Tischdecke war weg, und eine andere Familien aß an „ihrem Tisch“ genüsslich Rote Würste. Ganz nach dem Motto „Das ist meine Tischdecke, also ist das auch mein Tisch“ ging es dann heiß her: Die beiden Familien gerieten derart aneinander, dass einer der beiden Männer sogar handgreiflich wurde.

Aus den beiden Szenarien lernt man eine Sache allemal: Am besten eine Liege, Klappstühle und einen Campingtisch kaufen und zum nächsten Ausflug oder in den nächsten Urlaub mitnehmen. Denn darauf steht dann wirklich „Eigentum von ...“.

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