Heidelberg Eine Axt für den Ex: Das Museum der zerbrochenen Beziehungen

Das Museum der zerbrochenen Beziehungen im kroatischen Zagreb zeigt was von der Liebe übrig bleibt.
Das Museum der zerbrochenen Beziehungen im kroatischen Zagreb zeigt was von der Liebe übrig bleibt. © Foto: epd/Mare Milin
epd 07.02.2017

Wenn die große Liebe geht, bleiben gebrochene Herzen, Trauer und Schmerz, Wut und Wehmut. Und auch sämtliche Gegenstände, die einmal Liebesbeweise waren und nun ungeliebte Erinnerungsstücke sind. Als sich die Zagreber Künstler Olinka Vistica und Drazen Grubisic nach vier Jahren Beziehung trennten, wussten sie nicht, wohin mit den Dingen, die einmal Zeugen ihrer Liebe waren. Sie lagerten alles aus, weit weg vom Alltag.

Bald folgten Freunde und brachten die Trümmer ihrer eigenen zerbrochenen Beziehungen dazu – und eine Museums­idee war geboren. Zuerst war das eine Wanderausstellung, die seit 2007 von Kroatien um die Welt ging und mit jeder Reise weiter wuchs. Denn jeder Besucher war eingeladen, selbst mit einem Gegenstand die Ausstellung zu bereichern. Die einzige Bedingung: Zu jedem Objekt musste die dazugehörige Geschichte erzählt werden, auf Wunsch anonym.

Die „Ex-Axt“ etwa ist Zeugin eines Wutausbruchs: Als die Ehe in die Brüche ging, waren die Möbel dran. Das Werkzeug: die Axt. Ein Gartenzwerg wurde gegen eine Windschutzscheibe und auf Asphalt geschleudert, nun steht er im Museum, die Nase ist auf dem Asphalt geblieben. Neben einem belgischen Gummi-Hamburger steht ein lakonischer Text: „Sein Hund ließ mehr Spuren zurück als er.“ Ob es eine Art Therapie oder Selbstdarstellung ist, dem Museum seine Beziehungstrümmer zu überlassen – das bleibt das Geheimnis der Spender.