Land am Rand Einbetoniert: Wie Kater Jimmy zwei Wochen überlebte

Traumatisierter Kater „Jimmy“ in Bretten. 
Traumatisierter Kater „Jimmy“ in Bretten.  © Foto: Polizei / PP Karlsruhe/dpa
Bretten / Roland Müller 01.08.2018

Bei Schauerautor Edgar Allan Poe ist es ein Fass Amontillado-Sherry, das in der gleichnamigen Story dazu führt, dass der eitle Weinkenner Fortunato lebendig im Keller eingemauert wird. Behalten Sie die Literatur-Anspielung im Kopf, wir kommen darauf zurück!

Einstweilen begeben wir uns nach Bretten bei Karlsruhe: Dort wurde Kater „Jimmy“ versehentlich bei Bauarbeiten unter einer Garage einbetoniert. Zwei Wochen lang war er verschollen, doch Anwohner hörten immer wieder ein Tier laut klagen – bis die Polizei es ortete und freibohren ließ. Doch das Happy End lässt auf sich warten: Den Besitzern, die eine Straße weiter wohnen, ist es noch nicht gelungen, den verstörten Kater aus dem Verlies zu locken. „Wir hatten ihn fast, aber er scheute immer wieder zurück“, sagte sein Frauchen zu dpa. Leckerli und Wasser habe er immerhin angenommen.

Experten rätseln, wie der Kater zwei Wochen im Dunkeln überlebte. In der Grube habe Jimmy vielleicht Wasser gefunden. „Oder eine Spinne, die er fressen konnte“, wie die Vorsitzende des Katzenschutzvereins Karlsruhe sagt. Eine Spinne! Jimmy hat wohl einiges durchgemacht. Womit wir wieder bei Poe wären: In der Geschichte „der schwarze Kater“ wird das Tier verstümmelt, aufgehängt, mit der Axt geschlagen – und kehrt doch stets zurück. Und es wird erneut jemand eingemauert, aber ohne Sherry. Und ohne Spinnen. Punktum: Auch wenn Jimmys Schicksal nach Gruseldrama klingt – wir hoffen, es geht besser aus.

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