Land am Rand Ein Buschkänguru als Frühstarter ins Sommerloch

Gesucht: Ein Känguru, das einen Frühstart hingelegt hat.
Gesucht: Ein Känguru, das einen Frühstart hingelegt hat. © Foto: Carsten Rehder/dpa
Kenzigen-Bombach / Alfred Wiedemann 28.06.2018

Im beschaulichen Bombach  hat sich ein Känguru davongemacht. Zuerst ein paar Hüpfer durch  das Dorf in Südbaden, dann wurde es zweieinhalb Kilometer weiter gesichtet. Jetzt rätseln alle, wo das Tier durch die Büsche hüpft. Daumen drücken, dass es nicht unters Auto kommt, sondern heil zurück zur Besitzerin. Das Wallaby sei kleiner und dickfelliger als andere Känguru-Arten, hieß es. Es ist ein männliches Tier, jung und namenlos. Rufen hilft also schon mal nicht, falls es jemand sieht.

Vor fünf Jahren hat sich vom selben Hof schon einmal ein Känguru in die Freiheit aufgemacht. Sally war das. Erst nach drei Wochen Abenteuer war die Känguru-Dame wieder eingefangen. Und letztes Jahr haben sich bei Bretten gleich fünf Kängurus in die Büsche geschlagen, und dann nochmal eins bei Forbach im Nordschwarzwald.

Die waren aber im August unterwegs, wie es sich gehört. Nicht schon Ende Juni, wenn hierzulande noch keine großen Ferien sind. Exoten nehmen sonst immer im Sommer Reißaus. Damit Zeitungen und Radios viel berichten können, wenn sonst nichts los ist.

Das Bombacher Känguru ist ein Frühstarter. Wahrscheinlich, weil die Konkurrenz bestimmt hart wird bis zum Ende der Sommerferien Emu im Vorgarten? Schnappschildkröte im Baggersee? Affe auf dem Dach?

Alles falsch. Ein Fuchs hat das Känguru gestern schon abgelöst. Kein Exot, aber ein Dieb. In Salem-Stefansfeld klaut er alle Schuhe, die draußen rumstehen und verteilt sie im Ort. Im Fundbüro können sie abgeholt werden.

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