Prozess Ehemann zu sechs Jahren Haft verurteilt

Mannheim / Ulrich Willenberg 23.08.2018

Ein 71-Jähriger wollte seine getrennt lebende Ehefrau umbringen lassen. Davon ist das Mannheimer Schwurgericht überzeugt und verurteilte den Rentner jetzt zu sechs Jahren Haft – wegen versuchter Anstiftung zum Mord. „Er suchte eine Person, die bereit war, seine Frau zu töten“, so der Vorsitzende Richter Gerd Rackwitz. Eine viel jüngere  Frau, die der Angeklagte nach mehr als 30 Ehejahren abgrundtief hasste.

Der Ehemann habe ihr vorgeworfen, sein Geld zu verschwenden und ihn zu betrügen. Beides war  unbegründet. Im August 2016 zog sie heimlich aus dem gemeinsamen Haus in Maxdorf aus. „Er sah sich als Opfer und war nicht bereit, die Trennung zu akzeptieren“, sagte Rackwitz.

Auf der Suche nach einem Auftragsmörder erhielt der Rentner den Tipp, sich an einen „Mohammed“ zu wenden. Was der Senior nicht wusste: Der Mann ist ein Informant der Polizei. „Die Schlampe hat den Tod verdient“, sagt der Angeklagte ihm beim ersten Treffen in Mannheim. Er bot dem V-Mann 30 000 Euro für den Mord. Er werde es sich überlegen, sagte „Mohammed“ und informierte die Polizei. Beim nächsten Treffen im November 2017 brachte dieser einen Mann mit, den er als seinen „Boss“ vorstellte.

Gegenüber dem LKA-Beamten wiederholte der Angeklagte seinen Plan. Da der Polizist verkabelt war, konnten die Gespräche aufgezeichnet werden. Der Beamte gab vor, einen anderen Mann mit dem Mord beauftragen zu können. Zum Schein verlangte er als Anzahlung 5000 Euro und 35 000 Euro nach dem Mord. Man kam überein, dass der 71-Jährige sich wieder meldet, sobald er die Anzahlung beisammen hat. 

Für die Strafkammer steht fest: „Er hat den Plan nicht aufgegeben, sondern verschoben“, sagte der Vorsitzende. Einige Tage später wurde der Mann verhaftet. In seinem Schließfach waren 50 000 Euro. Das Geld, um den vermeintlichen Auftragskiller zu bezahlen, wäre also vorhanden gewesen. Möglicherweise habe der Angeklagte gehofft, der Mord werde auch ohne Anzahlung ausgeführt. Schon einmal habe er zwei Slowenen 20 000 Euro vorab gezahlt, wie er dem verdeckten Ermittler berichtete. Die hätten sich dann mit dem Geld davon gemacht. Der Verteidiger will in Revision gehen.

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