Der Eingang einer Metzgerei in Donzdorf (Kreis Göppingen) ist um 10.30 Uhr mit rot-weißem Polizeiband abgesperrt. Die Spurensicherung stellt drinnen Beweise sicher. Draußen, vor der Absperrung, versammeln sich Menschen mit erschrockenen Gesichtern. Ein Verbrechen, das sich gegen 8.45 Uhr in dem Geschäft ereignet hat, lässt die Umstehenden fassungslos zurück. Nach ersten Informationen von Polizei und Staatsanwaltschaft erstach ein 37-Jähriger seine 25-jährige Ex-Lebensgefährtin. Das Motiv ist noch ungeklärt.

Nach Aussagen der Polizei ist die Frau mit ihren drei Kindern an der Donzdorfer Hauptstraße entlang gegangen, als sie ihren Ex-Lebensgefährten erblickte. Dieser sei mit einem Messer bewaffnet gewesen. Die junge Frau flüchtete in den Kundenbereich der Metzgerei in einem Hinterhof an der Hauptstraße. Dort stach der Mann die Frau mit mehreren Messerstichen nieder. Das Opfer erlag ihren Verletzungen noch am Tatort. Anscheinend mussten die drei gemeinsamen Kinder sowie eine Kundin und zwei Angestellte der Metzgerei die Bluttat mitansehen, wie Polizeisprecher Uwe Krause mitteilt. Nach der Tat sei der mutmaßliche Täter aus dem Geschäft geflüchtet. Bei einer großangelegten Fahndung, bei der auch ein Polizeihubschrauber im Einsatz war, konnte der Mann nahe dem Tatort gefasst werden.

Opfer und mutmaßlicher Täter wohnten bis November vergangenen Jahres zusammen, dann folgte die Trennung. Die drei Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter lebten bei der Mutter. Eine Augenzeugin berichtete, dass der mutmaßliche Täter der Polizei bekannt gewesen sei und das Opfer seit einem Jahr Probleme mit dem gewaltbereiten Mann gehabt habe. Der 37-Jährige sei tatsächlich polizeibekannt gewesen, bestätigt Polizeisprecher Uwe Krause. Es lägen Anzeigen wegen Straftaten gegen ihn vor. Darunter seien auch Gewaltdelikte.

Pfeile, mit Kreide auf den Asphalt gemalt, markierten am Montagmorgen den Fluchtweg der Frau und ihrer drei Kinder in die Metzgerei. Wieso die junge Mutter sterben musste, ermittelt nun die Polizei.