Ravensburg Drei Tote in Doppelhaushälfte - Familientragödie in Ravensburg

Ermittler untersuchen den Tatort der erschreckenden Familientragödie, eine Doppelhaushälfte in Ravensburg
Ermittler untersuchen den Tatort der erschreckenden Familientragödie, eine Doppelhaushälfte in Ravensburg © Foto: Ermittler untersuchen den Tatort der erschreckenden Familientragödie, eine Doppelhaushälfte in Ravensburg dpa
Ravensburg / LSW 02.07.2016
Ein 53-Jähriger soll seine Frau und zwei Stieftöchter getötet haben. Im oberschwäbischen Untereschach herrscht Fassungslosigkeit.

Nur ein Absperrband deutet noch auf die Tragödie hin, die sich in dem Haus im Ravensburger Ortsteil Untereschach abgespielt hat. Ein 53-Jähriger soll hier in der Nacht auf Freitag seine Frau und die Stieftöchter im Alter von 14 und 18 Jahren getötet haben.

Die Beamten sprechen von einem „grausamen Bild“, das sich ihnen bot. Über drei Stockwerke verteilt wurden die Opfer gefunden. Nur die gemeinsame Tochter des Paares überlebte. Die Fünfjährige soll geschlafen haben.

Warum tut ein Vater und Ehemann so etwas? Immer wieder bleiben Anwohner vor der Doppelhaushälfte stehen  und fragen nach Neuigkeiten. Zwei Mädchen halten sich weinend im Arm. „Ich kann das gar nicht glauben“, sagt eine junge Frau, die mit ihrem Freund vor dem Haus steht. Sie sei mit der 18 Jahre alten Stieftochter des Mannes befreundet gewesen und mit ihr zur Schule gegangen. Ob es Streitereien gegeben hat, wisse sie nicht, sagt die 18-Jährige, die ihren Namen nicht nennen möchte. „Meine Freundin hat aber nie schlecht über ihren Stiefvater gesprochen. Ich verstehe so was nicht.“

 Die Polizei hat Briefe im Haus des Verdächtigen gefunden, nach denen der 53-Jährige die Tat geplant habe, sagte Uwe Stürmer, Vizechef des Polizeipräsidiums Konstanz. Es habe sich nicht um eine spontane Tat gehandelt. Es habe Spannungen in der Familie gegeben, die Frau habe wohl einen neuen Freund gehabt.

Schon vor Monaten hat es nach Angaben der Polizei schwere Auseinandersetzungen in der Familie gegeben. Die Polizei sei am 20. März vor Ort gewesen. Die Ehefrau habe aber versichert, sie habe keine Angst vor ihrem Mann. Einen Platzverweis für ihn habe sie abgelehnt.

Eine Anwohnerin erzählt, dass die Familie erst vor einem halben Jahr in die Straße gezogen sei, zuvor habe sie ein paar hundert Meter weiter im kleinen Untereschach gewohnt. Andere Nachbarn beschreiben die Familie als freundlich, aber zurückhaltend.

Es ist warm und sonnig an diesem Freitag, die vielen Deutschlandfahnen, die Nachbarn aufgehängt haben, flattern. Auch die Doppelhaushälfte sieht am Tag nach der Tat idyllisch aus, von gelegentlich sichtbaren Männern der Spurensicherung in weißen Anzügen abgesehen.

Gegen den 53-Jährigen wurde Haftbefehl wegen dreifachen Mordes erlassen. Der Mann soll laut Behörden seine Frau, die er vor elf Jahren in Thailand kennenlernte, sowie deren Töchter mit Beil und Messer getötet haben.