Die Wahl des Oberbürgermeisters von Wertheim schien für Wolfgang Stein (55) ein Alleingang zu werden. Seit 1999 ist der gebürtige Freudenstädter erster Bürgermeister der mit 23 000 Einwohnern zweitgrößten Stadt des Main-Tauber-Kreises. Seit gut anderthalb Jahren vertritt er den erkrankten Amtsinhaber Stefan Mikulicz (CDU), dessen Nachfolge der Christdemokrat antreten möchte, zunächst als einziger. Dann tauchte Markus Herrera Torrez (30) als ernst zu nehmender Herausforderer auf. Seither gilt die Entscheidung der  18 600 Wahlberechtigten am 3. Februar als offen.

Stein ist ein anerkannter Verwaltungsexperte, der in Wertheim jeden Stein kennt. Er hatte sich in Villingen-Schwenningen und Aalen als OB beworben und scheiterte im zweiten Wahlgang.

Der Sozialdemokrat Herrera Torrez – in Sachsen geboren, am Neckar aufgewachsen – wirbt mit „einem unverstellten Blick von außen und unabhängig von Einzelinteressen“ für sich. Der Gewerkschaftssekretär bei der IG Metall in Frankfurt war sieben Jahre lang Mitglied des Gemeinderats in Lauffen (Kreis Heilbronn), führte von 2012 bis 2015 den Landesverband der Jusos, ist Vorsitzender des SPD-Kreisverbands Heilbronn-Land.

Der dritte Bewerber, Gerhard Rudolf Wolf (45), kommt aus Wertheim. Der Laborglasschleifer ist politisch unerfahren, er kandidierte 2014 erfolglos für den Gemeinderat.