Tübingen DKMS-Mitglied besorgt wegen Personalquerelen

Tübingen / LSW 18.09.2013

Eines der Gründungsmitglieder der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS), sieht die Gesellschaft durch die Personalquerelen in der Geschäftsführung in ihrem Ruf geschädigt. "Ich bin entsetzt und geschockt, was aktuell los ist", sagte gestern der Vorsitzende des medizinischen Beirats der DKMS, Gerhard Ehninger. "Ich kriege international Anrufe, Briefe und Mails, in denen ein Erstaunen und eine Verständnislosigkeit über die Vorgänge ausgedrückt wird", sagte Ehninger.

Die gemeinnützige Gesellschaft hatte sich vor gut einer Woche von ihrer langjährigen Geschäftsführerin Claudia Rutt getrennt. Sie war von der Gründung an maßgeblich am rasanten Wachstumskurs der Organisation hin zur größten Knochenmarkspenderdatei der Welt beteiligt. Während die DKMS zunächst von einer einvernehmlichen Lösung sprach, betonte Rutt nun öffentlich, sie sei gegen ihren Willen vor die Tür gesetzt worden.

"Für die DKMS ist das ein Riesenverlust", kommentierte Ehninger das Ausscheiden Rutts. Der medizinische Beirat werde heute in einer kurzfristig einberufenen Telefonkonferenz über die neue personelle Situation beraten. Bei der Datei mit Sitz in Tübingen sind derzeit knapp 3,8 Millionen Menschen als potenzielle Stammzellspender registriert. Eine solche Spende ist etwa für Blutkrebspatienten oft die einzige Hoffnung auf Heilung.

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