Kommentar Axel Habermehl zur digitalen Lernplattform Digitale Bildungsplattform: Kontrolle mangelhaft

Axel Habermehl, Autorenfoto
Axel Habermehl, Autorenfoto © Foto: Könneke Volkmar
Stuttgart / Axel Habermehl 08.06.2018

Das Siechtum der Bildungsplattform „Ella“ ist an Peinlichkeit kaum zu übertreffen. Seit Monaten tauchen Probleme um das Prestige-Digitalprojekt des Landes auf. Das nun bekanntgewordene Gutachten lässt die Hoffnungen auf eine baldige moderne IT-Infrastruktur an Schulen ganz in den Keller sinken.

Die Probleme sind riesig, grundsätzlich und umfassend. Ein Beispiel: Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) wollte, dass das Land selbst die Plattform entwickelt und nicht ein fertiges Produkt kauft. Zu wichtig sei der Datenschutz für 1,5 Millionen Schüler und Lehrer. Also vergab sie den Auftrag an den landeseigenen IT-Dienst­leister BITBW, der holte den kommunalen Zweckverband KIVBF ins Boot. Alles „Made in Baden-Württemberg“, hieß es. Dass aber KIVBF 90 Prozent aller Arbeiten extern vergab, erfuhr Eisenmann offenbar jetzt erst. Und was es bedeutet, dass der wichtigste Subunternehmer von einer US-Firma geschluckt wurde, weiß keiner.

„Ella“ sollte ein Symbolprojekt für die politische Gestaltung der Digitalisierung werden. Nun ist sie ein Symbol für mangelnde Steuerung, Aufsicht und Kontrolle.