Als ob das Thema Dieselautos und Abgase nicht schon verwirrend genug wäre. Jetzt legt das Statistische Landesamt auch noch neue Berechnungen zum Stickoxid-Ausstoß vor. Die landesweiten Emissionen im Straßenverkehr sind nach allerneuesten Vorgaben neu berechnet worden. Für das Jahr 2016, aktueller geht es nicht.  Das Ergebnis geht ganz schön auf die Lunge: Diesel-Pkw haben einen noch höheren Anteil an der Luftverschmutzung in Baden-Württemberg als nach der alten Berechnungsgrundlage.

Die Stickoxidemissionen sind um knapp 33 Prozent höher als angenommen, umgerechnet pusten Diesel 7300 Tonnen mehr Dreck in der Luft. Mit insgesamt 29 700 Tonnen verursachen Diesel-Pkw 55 Prozent der gesamten Stickoxidbelastung durch den Straßenverkehr.

Für die neue Berechnung wird das reale Fahrverhalten abgebildet, Basis sind nicht mehr realitätsfremde Prüfzyklen und Laborbedingungen, die nur dazu dienen, Autos wenigstens auf dem Papier sauberer zu bekommen, als sie sind.

Wenn sich die Autobauer mit neuen Abgasprüfverfahren herumschlagen müssen, kommen auch die Statistiker nicht ohne Neuberechnung davon. Das Resultat, dass mehr Stickoxid rausgeblasen wurde als gedacht, ist nicht alles. Es gibt noch eine gute Nachricht: Trotz steigender Fahrleistung sinken die Stickoxid-Emissionen der Diesel-Pkw seit 2014 insgesamt. Im Land seien weniger alte Stinker unterwegs, heißt es zur Begründung. Ist nicht alles schlecht, was die Statistiker so ausrechnen.