Stuttgart Die Vielfalt bei den Ganztagsschulen ist gewollt

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Andreas Böhme 25.11.2016

Gut, dass wir drüber geredet haben – aber am Ende wird kein Gipfel, keine Konferenz und keine Arbeitsgruppe Grundlegendes am vielfältigen südwestdeutschen Ganztages-Schulsystem ändern. Ja, argumentieren die Befürworter der gebundenen Ganztagsschule, nur mit der Pflicht zum Unterricht und nicht zur bloßen Betreuung wird die Zeit am Nachmittag sinnvoll genutzt. Nein, kontern die Gegner, entscheidend ist der Elternwille, der Flexibilität verlangt und der deutlich differiert zwischen Stadt und Land. Denn je engmaschiger das Umfeld an Vereinen und je dörflicher die Schule, umso geringer ausgeprägt der Wille, sie auch nachmittags noch zu besuchen. Und dann sind da die klassischen Halbtags-Schüler – immerhin eine Dreiviertelmehrheit. Dass das Land bei der Ganztagsbeschulung im Bundesvergleich hinterherhinkt, ist eben auch dieser gewollten Vielfalt geschuldet. Die ist in Bayern nicht unähnlich, gleichwohl sind im Nachbarland die  Leistungen höher.

Mittendrin in dieser Kakophonie steht die Kultusministerin. Pädagogisch gilt sie als Verfechterin einer gebundenen Ganztagsschule, also der Pflicht zum Nachmittagsunterricht. Politisch muss sie offen bleiben auch für Gegenmeinungen.  Der nächste Gipfel im Mai wird deshalb nur Kurskorrekturen bringen. Denn nicht alles, was sich Lehrer und Eltern, Kinder und Verbände, Bildungspolitiker und Schulträger wünschen, ist auch finanzierbar. Andreas Böhme