Elektrifizierung der Südbahn Bahnstrecke zwischen Ulm und Laupheim komplett gesperrt

Ulm / Fabian Ziehe 23.08.2018
Im September startet der Oberleitungsbau zwischen Ulm und Laupheim. Südbahn-Reisende müssen auf Busse umsteigen.

Es wird ein weiter Weg bis Tempo 160 bei durchgehender Elektrifizierung von Ulm bis Lindau. Im Winter starteten mit Rodungen die ersten Vorbereitungen für den Ausbau der rund 120 Kilometer Südbahn. Auch wenn der offizielle Baubeginn mit großem Politpromi-Auflauf schon Ende März war, bemerkten Reisende bislang nur beim Blick aus dem Abteilfenster, dass sich draußen etwas tat. Das wird sich nun ändern.

Streckensperrung

Von 10. September an bis kurz vor Weihnachten elektrifiziert die Bahn den ersten von vier Bauabschnitten zwischen Ulm und Laupheim. Die Strecke wird komplett gesperrt, stattdessen fahren Ersatzbusse.

Die Interregio-Express-Züge (IRE) und Regional-Express-Züge (RE) fahren zwischen Laupheim und Bodensee mit höherer Taktfrequenz. Statt der Regionalbahn-Züge (RB) zwischen Ulm und Aulendorf fahren Ersatzzüge zwischen Aulendorf und Laupheim.

Busse

Auf die Ersatzbusse sollten sich die Reisenden frühzeitig einstellen – wegen der Großbaustelle am Ulmer Hauptbahnhof, aber auch weil sowohl von Ulm wie auch von Neu-Ulm aus Busse nach Laupheim fahren.

Jene von und nach Ulm halten unterwegs mehrmals. Die Neu-Ulmer indes bieten eine Non-Stop-Verbindung an. Fahrräder dürfen nur in wenigen Bussen mitfahren.

Bauarbeiten

Neben dem Bau einer Oberleitung werden in der Zeit drei Stützwände und eine Brücke im Ulmer Donautal gebaut. Bis 21. Dezember soll die Strecke voll gesperrt sein – den Rest will man bis September 2019 bei laufendem Verkehr und bei Nachtsperrungen realisieren.

Ausnahme: Im Herbst nächstes Jahr soll es nochmals ein paar Wochen Vollsperrung geben.

Weitere Sperrungen

Parallel laufen ab Frühjahr die Bauarbeiten zwischen Laupheim und Aulendorf an, dem zweiten Bauabschnitt. Die Bahn kündigt Teil- und Vollsperungen bis Ende 2019 an.

Das gilt auch für den vierten Bauabschnitt Friedrichshafen – Lindau von zwischen September und Dezember 2019.

Für den dritten Abschnitt Aulendorf–Friedrichshafen, sind für das kommende Jahr bislang  nur Rodungsarbeiten offiziell angesetzt.

Fertig

Ende 2021 soll die Elektrifizierung abgeschlossen sein – pünktlich zum einst anvisierten Bauende vom Projekt Stuttgart–Ulm. Die Neubaustrecke über die Alb könnte da auch schon fast fertig  sein, Stuttgart 21 nicht.

Für zwei, drei Jahre wird es wohl also Übergangsfahrpläne für die Südbahn geben. Dabei war ein Argument, den lang verschobenen Ausbau der 1850 eröffneten Trasse anzugehen, dass die Südbahn-Züge in den Stuttgarter Tiefbahnhof einfahren müssen. Und das wird für Dieselloks verboten sein.

Geld

Das Land hatte sich 2015 im Finanzierungsvertrag verpflichtet, bis zu 112,5 Millionen Euro zu dem 225 Millionen Euro teuren Vorhaben zuzuschießen – obwohl der Ausbau eigentlich Bundessache ist. Nur so ließ sich das Verkehrsministerium in Berlin für den Ausbau gewinnen.

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Längere Fahrzeit, mehr Umstiege

Für die Strecke Stuttgart–Friedrichshafen auf der Südbahn braucht man bisher zwischen 2 und 2,5 Stunden. Vom 10. September an werden es 2,5 bis 3 Stunden sein. Musste man bisher maximal ein Mal, muss man nun mindestens ein Mal umsteigen – im ungünstigsten Fall sind es sogar drei Umstiege. Für Reisende aus Richtung Frankfurt/Mannheim werden auch Alternativrouten über Tübingen/Aulendorf oder Basel empfohlen. zie

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