Land am Rand Die Polizei, dein Freund und Bademeister

Wasser für die trockene Natur: In Hamburg gibt es das per Wasserwerfer.
Wasser für die trockene Natur: In Hamburg gibt es das per Wasserwerfer. © Foto: Bodo Marks
Ulm / David Nau 28.07.2018

Seit den Tumulten rund um den G-20-Gipfel im vergangenen Jahr hat die Polizei in Hamburg nicht unbedingt den besten Ruf. Sie wissen schon, Freund und Helfer und so. Nun haben die Beamten offenbar einen PR-Fachmann angestellt, der sich um das ramponierte Image der Gesetzeshüter kümmert. Was gibt es da besseres, als medienwirksame Bilder im Sommerloch?

Mit zwei großen blauen Wasserwerfern fuhr die Polizei kurzerhand in einen Stadtpark und versorgte bei über 30 Grad die Natur mit Wasser. Rasenpflege statt Randalierer-Jagd. Schon mal ein guter Slogan. Dass die Polizei die Tanks der Wasserwerfer alle paar Wochen einmal entleeren muss, schmälert den Imagegewinn kaum.

Einen ähnlichen Ruf wie in Hamburg haben die Wasserwerfer in Stuttgart. Auch die Jüngeren unter uns erinnern sich noch an den September 2010: Stuttgart 21, Schlossgarten, Wasserstrahl, Verletzte. Keine gute Werbung. Aber auch hier könnte die Hamburger PR-Strategie helfen. Warum nicht einfach mal samstags durch die Halbhöhenlage fahren und Herrn Österle bei der rituellen Reinigung des Daimlers helfen? Schließlich könnte man dem Wasser statt Reizgas auch ganz einfach Schaum beimischen.

Oder die Wassertanks werden einfach in die Baugrube des Tiefbahnhofs entleert. Dann dürften die S-21-Kritiker auch wieder ihren Frieden mit der Staatsgewalt machen – und alle anderen könnten zentrumsnah ins kühle Nass hüpfen. Die Polizei, dein Freund und Bademeister. Auch ein guter Slogan.

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