Land am Rand Die Kirche wirbt für „himmlischen Berufe“

Gottes Bodenpersonal: Die badische Landeskirche sucht Nachwuchs für „himmlische Berufe“.
Gottes Bodenpersonal: Die badische Landeskirche sucht Nachwuchs für „himmlische Berufe“. © Foto: Lukas Barth/epd
Karlsruhe / Alfred Wiedemann 13.02.2019

„Himmlische Creme auf Sahne“ gibt es schon, Werber haben noch mehr „himmlische Milchprodukte“ und auch „himmlische Schlafvergnügen“ erfunden. Warum also nicht himmlische Berufe? Die badische evangelische Landeskirche wirbt jetzt unter www.himmlische-berufe.de im Internet um Nachwuchs: Wie wär’s mit einem Job als Pfarrer, Gemeindediakon, Religionslehrer oder Kirchenmusiker? Himmlische Berufe eben. „Spannend wie das Leben selbst“ sei der Pfarrerberuf, es gibt Info-Flyer, Termine für Info-Veranstaltungen und Videos von angehenden Gemeindediakonen und zukünftigen Pfarrerinnen.

Die Wirtschaft jammert schon lange über Fachkräftemangel. Ob Heizung, Sanitär oder Kfz, überall werden Azubis gebraucht. Wen wundert’s, dass sich auch die Kirche bei ihrem Bodenpersonal ranhält.

Nachwuchsprobleme in der katholischen Kirche sind bekannt. Zölibat und so, da geht ohne Fachkräfte aus dem Ausland längst nichts mehr. Nun müssen sich wohl auch die Protestanten etwas einfallen lassen. Dabei verweisen sie auf Vorbilder wie Albert Schweitzer oder Friedrich Hölderlin: Theologe, das wäre doch was! Nicht nur Berufung, sondern auch solider Ausbildungsberuf.

Hoffentlich klappt das wie gewünscht. Falls nicht, zündet vielleicht die nächste Werbestufe. Wie wäre es mit „Job-Paradies auf Erden“? Logisch, nach „himmlische Berufe“. Obwohl: Arbeiten im Paradies, das geht gar nicht. Fachkräftemangel hin oder her.

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