Tübingen Die Alb war schon vor 43 000 Jahren besiedelt

WEB 25.05.2012

Wissenschaftler der Universitäten Oxford und Tübingen haben nachgewiesen, dass die ersten anatomisch modernen Menschen bereits vor 42 000 bis 43 000 Jahren die Alb besiedelten. Das schließen sie aus der Radiokohlenstoffdatierung von Proben aus der Geißenklösterle-Höhle bei Blaubeuren. Bisher war angenommen worden, der Homo sapiens sei bei seiner Wanderung vom Schwarzen Meer Richtung Westen zu dieser Zeit noch gar nicht im Gebiet der Oberen Donau angekommen. Nach Ansicht der Professoren Nicholas Conard (Tübingen) und Thomas Higham (Oxford) nutzten die Menschen eine wärmere Phase während der Würm-Eiszeit zur Einwanderung. Damals war Europa lediglich von Neandertalern bewohnt. Danach wurde es wieder kälter.

Nach den neuen Erkenntnissen begann das jungpaläolithische Zeitalter Aurignacien in Mitteleuropa um 2000 bis 3000 Jahre früher als nach bisherigen Berechnungen. Der Beginn dieser Periode war verbunden mit technologischen und künstlerischen Innovationen. Funde in Höhlen der Alb belegen diesen kulturellen Fortschritt. Dazu zählten figürliche Kunstwerke aus Mammutelfenbein und Musikinstrumente aus Vogelknochen, die ältesten Kunstwerke der Welt. Die Ergebnisse weisen Conrad und Higham zufolge die Schwäbische Alb als wahrscheinliches Kernland des Aurignacien aus.