Land am Rand Der Lebkuchenstreit: Reinbeißen oder warten?

Warten oder aufessen? Jedes Jahr im Spätsommer dieselbe Frage.
Warten oder aufessen? Jedes Jahr im Spätsommer dieselbe Frage. © Foto: Daniel Karmann/dpa
Ulm / Alfred Wiedemann 12.09.2018

Immer im Spätsommer spaltet eine Frage die Nation. Immer dann, wenn Lebkuchen, Dominosteine und Spekulatius plötzlich im Supermarktregal auftauchen, während es draußen
25 Grad im Schatten hat: Darf man den weihnachtlichen Süßkram schon kaufen, oder ist es Christenpflicht, damit bis zum Advent zu warten?

Justizminister Guido Wolf hat dazu auf seiner Facebookseite Stellung bezogen. Schön gereimt, natürlich: „Die Sonne brennt noch ganz gekonnt und voller Kraft am Horizont … Da kommt auch schon der Weihnachtsmann in unser‘n Warenhäusern an. Was lässt der Mensch sich doch verleiten: Konsum verschiebt die Jahreszeiten!“ Dazu ein Beweisfoto: stapelweise Kartons voller Lebkuchen in Herzen-, Brezel- und Sternenform des Marktführers aus Neu-Ulm.

Mehr als 100 Likes hat der CDU-Politiker für seine kritische Dichtkunst bekommen. Dazu 25 Kommentare. Nicht ganz so viele zwar, wie ein anderer Facebookfan, der Grünen-Politiker Boris Palmer, regelmäßig sammelt. Aber immerhin.

Wolf erntet Komplimente für sein Gedicht: „Fehlen nur noch die Weihnachtslichter. Ein Hoch auf den gekonnten Dichter!“, wird munter weitergereimt.  Geht es aber nicht um Dichtung, sondern um die Ware, tut sich ein tiefer Graben auf:  Erst im Advent erlaubt, tönt es von den einen. Längst gekauft  und gleich verputzt, sagen die anderen. Ganz ungereimt: Die frühen Septemberlebkuchen schmecken einfach am besten.

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