Wer endlich mal wieder auf die Kanzel des Stuttgarter Fernsehturms fahren möchte, muss sich noch etwas gedulden. Ursprünglich war vorgesehen, das Wahrzeichen der Landeshauptstadt im Herbst zu eröffnen. Doch diesen Termin können die SWR Media Services GmbH als Verwalter des Turms nicht halten. Die Arbeiten, den Turm brandsicher zu machen, ziehen sich in die Länge. Laut Geschäftsführer Siegfried Dannwolf öffnen sich die Türen fürs Publikum erst im Dezember. Seit 28. März 2013 ist der Turm nach einer Verfügung von OB Fritz Kuhn geschlossen. Weil er im Brandfall zu einer "lebensbedrohenden Falle" werden könnte.

Mit "hochkomplexen Maßnahmen" will Dannwolf den "perfekt geschützten Turm" erreichen. Dafür hat der SWR das Brandschutz-Unternehmen Halfkann und Kirchner beauftragt. Die Firma hat ein Konzept entwickelt, das verhindern soll, dass es zu einem Brand im Turm kommt. Gefürchtet sind vor allem Kabelbrände. Die Kabel verlaufen im Innern des Turmschafts, wo auch die Rettungstreppe und die beiden Lifte installiert sind.

Die Spezialfirma kapselt die Kabel mit den Leitungen für die elektrische Versorgung und für den Sendebetrieb über die ganze Strecke vom Boden bis zur Kanzel ein. In diese Schächte, die alle paar Meter durch ein Schott unterbrochen sind, blasen die Techniker mit hohem Druck Steinwolle.

Entzünden sich die Kabel trotzdem, dehnt sich das Material unter Hitze aus und erstickt das Feuer. Auch die Schlitze für die Lüftung der Kabel schließen sich im Brandfall. Firmenchef Udo Kirchner ist überzeugt, dass im Turm nichts mehr vorhanden ist, "das brennen kann". Außerdem wurde die Entrauchungsanlage verstärkt. Die Sanierung kostet 1,8 Millionen Euro, 600.000 Euro mehr als veranschlagt.