Land am Rand Der Bikini bekommt ein Museum

Dem Bikini wird in Bad Rappenau ein Museum gewidmet.
Dem Bikini wird in Bad Rappenau ein Museum gewidmet. © Foto: Valentin Flauraud/KEYSTONE/dpa
Bad Rappenau / Hans Georg Frank 31.07.2018

Der Bikini, den Louis Réard erfunden hat, schlug ein wie eine Bombe. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass der Franzose den Markennamen jenem Atoll in der Südsee entlehnt hat, wo am 1. Juli 1946 die erste Atombombe der Nachkriegszeit getestet wurde. Dass Réards pazifische Wortwahl aus pazifistischer Sicht nicht ganz glücklich war, ist längst vergessen. Die zweiteilige Badebekleidung hat eine beachtliche Halbwertzeit bewiesen – und das ohne sündteure Entsorgungs-Sorgen.

Diesen guten Ruf möchte sich nun ein Unternehmen zunutze machen, das eigentlich auf Raststationen an Autobahnen spezialisiert ist. Bei der Ausruhfiliale in Bad Rappenau (Kreis Heilbronn) entsteht bis Sommer 2019 ein „Bikini-Art-­Museum“. Elf Millionen Euro soll die außergewöhnliche Kultureinrichtung kosten. Gezeigt werden neben „swimwear“ aus drei Jahrhunderten samt ihrer „sozialpolitischen Dimension“ einige thematisch verwandte Kunstwerke – zum Beispiel vom Multitalent Udo Lindenberg.

Der Standort sei mit Bedacht gewählt, versichern die Investoren. Die Kurstadt Bad Rappenau mit ihrer Sole sei schließlich einmal als „Seebad fern vom Meer“ en vogue gewesen. Außerdem hätten zwei bedeutende Bademodenfirmen in Bad Rappenau produziert. Benger-Ribana war leider nach 20 Jahren pleite. Felina zog bald nach Mannheim, weil die Verkehrsanbindung zu schlecht war. Wenigstens dieser Nachteil ist für das Museum nicht zu befürchten – es liegt direkt an der A 6, Ausfahrt Bad Rappenau, ungefähr in der Mitte zwischen Prag und Paris.

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