Stuttgart Den Respekt wieder herstellen

Merve Gül und Esra Yilmaz laden zu einem Dialogtreffen.
Merve Gül und Esra Yilmaz laden zu einem Dialogtreffen. © Foto: privat
Stuttgart / FATIH AKTÜRK 17.10.2015
Das Attentat in der Türkei hat auch hierzulande Diskussionen ausgelöst. Eine kurdische und eine türkische Studentin wollen in Stuttgart darüber reden.

Eigentlich haben Merve Gül und Esra Yilmaz gerade Klausur-Stress. Merve studiert Rechtswissenschaften in Mannheim, Esra an einer Akademie für Grafikdesign in Stuttgart. Doch die aktuellen Geschehnisse in der Türkei nach dem Anschlag in der Hauptstadt Ankara mit mindestens 97 Toten nerven die beiden. Vor allem, weil sie die Beziehungen von Türken und Kurden hierzulande beeinflussen.

Deshalb haben sie sich entschieden, dagegen anzugehen. Insbesondere die "menschenverachtenden Kommentare" zwischen Kurden und Türken schockierten sie, sagt Merve Gül. Sie hat einen sunnitisch-türkischen Migrationshintergrund. Ihre langjährige Freundin Esra Yilmaz wiederum hat einen alevitisch-kurdischen Hintergrund. Grund genug für beide, den Startschuss für einen Dialog zwischen Kurden und Türken zu geben.

Spontan und unbürokratisch organisierten sie mit Hilfe von Facebook eine Gesprächsrunde. Die soll am Samstag um 16 Uhr unter freiem Himmel auf dem Stuttgarter Rotebühlplatz stattfinden. Unter dem Motto "Lass uns reden!" sollen beide Gruppen offen, aber ohne Beschimpfungen miteinander reden und Empathie füreinander zeigen. Der Respekt müsse wiederhergestellt werden. Das kurdisch-türkische Problem könne man von Deutschland aus zwar nicht lösen, so Merve Gül, aber man könne "in Europa eine Vorbildfunktion für das friedliche Zusammenleben für die Leute drüben einnehmen. Wir haben ein Feingefühl für Rassismus, für Menschenwürde, für Freiheit und Sicherheit. All das können wir weitergeben". 60 Personen sind bereits angemeldet.

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