Im Jahr 2014 wurden in Baden-Württemberg 14 Straftaten gegen Flüchtlingsunterkünfte registriert, deren (meist unbekannten) Urhebern eine rechte Gesinnung unterstellt werden kann. Für fünf weitere Delikte gerichtet gegen Asylbewerbereinrichtungen machen die Behörden Bewohner der Unterkünfte selber verantwortlich. Das geht aus einer Auflistung des Innenministeriums hervor.

In sechs der 14 Fälle wurden Hakenkreuze an Wände geschmiert und damit gegen das Verbot der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verstoßen. Das Ministerium listet zwei Fälle von Sachbeschädigung auf, darunter der Einwurf einer Fensterscheibe in Krautheim (Hohenlohekreis). Mehrfach wurden auch volksverhetzende Parolen skandiert. Ermittelt werden konnten in einem Fall zwei Männer und eine Frau, die Ende Juli in Baden-Baden etwa "Ausländer raus" und "Deutschland den Deutschen" gebrüllt hatten. Vor der Flüchtlingsunterkunft in Mengen (Kreis Sigmaringen) schrie eine "vermutlich dem rechten Spektrum angehörende" unbekannte Person: "Ich bring Euch alle um! Ich fackel Euch alle ab."

Festgestellt wurden 2014 zudem neun "Demonstrationsgeschehnisse gegen Flüchtlingsunterkünfte bzw. Flüchtlingsaufnahmen mit rechter Tatmotivation". In der Regel waren daran immer auch NPD-Mitglieder beteiligt. So bei drei Veranstaltungen in Waibstadt (Rhein-Neckar-Kreis). Rund 300 Personen wandten sich dort Ende August gegen die Aufnahme von etwa 120 Flüchtlingen. 20 der Demonstranten "konnten dem rechten Spektrum zugeordnet werden", darunter der NPD-Kreisvorsitzende.

Vier Wochen darauf fand in der näheren Umgebung der Asylbewerberunterkunft eine "NPD-Nachtwache" mit mehreren Personen statt. Anfang Oktober gab es eine NPD-Kundgebung "Wir wollen keine Asylantenheime" mit 15 Teilnehmern. 600 Bürger kamen zur Gegendemonstration zusammen.

Auch bei kommunalen Infoveranstaltungen zur Flüchtlingsunterbringung verhielten sich Personen aus dem rechten Spektrum "provokativ". Notiert wurden mehrere NPD-Flugblätter und Unterschriftenaktionen gegen Flüchtlinge, so in Sindelfingen und Stuttgart.