Immer wieder fallen im Land Züge aus, weil es nicht genügend Lokführer gibt, die im Zweifel spontan für ihre erkrankten Kollegen einspringen können. Laut Verkehrsministerium ist das neben Fahrzeugproblemen und höherer Gewalt eine der Hauptursachen für Zugausfall. Deswegen will das Land an vier Standorten – in Stuttgart, Ulm, Tuttlingen/Singen und Offenburg – einen Reserve-Pool an Lokführern aufbauen, die bei spontanen Ausfällen schnell einspringen können.

Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) erhofft sich davon eine Verbesserung für den Nahverkehr: „Wir sorgen quasi für einen weiteren Sicherheits-Puffer.“ Man helfe damit, „ärgerliche Zugausfälle zu vermeiden“. Finanziert wird der „Standby-Pool“ zunächst vom Land. Wenn die Eisenbahnunternehmen dann auf die Lokführer zugreifen, müssen sie sich an den Kosten beteiligen. Denn: „Es ist eigentlich die Aufgabe der Verkehrsunternehmen, genügend Personal und eine Reserve bereitzustellen“, sagt der Verkehrsminister.

Start der Reserve-Pools im Herbst 2020

Starten sollen die Reserve-Pools am 1. Oktober 2020, in Stuttgart ist der Start am 1. Januar 2020 vorgesehen. Ursprünglich war geplant, die Bereitschaft für ein Jahr befristet zu testen. Damit sich aber möglichst viele Anbieter auf die Ausschreibung des Landes bewerben, sollen die Verträge nun bis mindestens bis 1. Juni 2023 laufen.

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