Stuttgart Datenschutzbehörde BSI eröffnet Büro im Süden

Ein Binärcode, von dem ein Segment rot eingefärbt ist, steht auf einem Bildschirm. Foto: Sebastian Gollnow/Archiv
Ein Binärcode, von dem ein Segment rot eingefärbt ist, steht auf einem Bildschirm. Foto: Sebastian Gollnow/Archiv © Foto: Sebastian Gollnow
Stuttgart / DPA 14.02.2019

Mit einem neuen Verbindungsbüro in Stuttgart will sich die Datenschutzbehörde BSI besser für den Kampf gegen Hacker in Süddeutschland aufstellen. Der Mittelstand beginne erst, sich massiv zu digitalisieren, sagte der Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Arne Schönbohm, am Donnerstag bei der Eröffnung des Büros. Das organisierte Verbrechen verdiene mittlerweile mehr Geld mit Cyberkriminalität als mit Drogen.

Weltweit gebe es 800 Millionen Schadprogramme und täglich kämen 400 000 hinzu, warnte Schönbohm. Es sei wichtig, sich zu vernetzen. Das neue BSI-Büro soll künftig Ansprechpartner für Unternehmen, Sicherheitsbehörden und Verwaltung in Fragen rund um die Cybersicherheit sein. Es ist zuständig für Bayern und Baden-Württemberg. Mit weiteren Büros etwa in Hamburg, Berlin oder Wiesbaden will das BSI mit Hauptsitz in Bonn im ganzen Bundesgebiet Präsenz zeigen.

Über das Süd-Verbindungsbüro habe es ein heftiges Ringen zwischen München und Stuttgart gegeben, sagte Schönbohm. Stuttgart sei ein herausragender Standort aufgrund der Prägung durch die mittelständische Wirtschaft. Schönbohm nannte Baden-Württemberg eines der Vorzeigeländer bei Themen wie künstlicher Intelligenz.

Innenminister Thomas Strobl (CDU), der auch für das Thema Digitalisierung zuständig ist, sagte, die Digitalisierung beinhalte neben Chancen auch gigantische Risiken. Knapp 50 Einrichtungen in Deutschland beschäftigten sich mit der Abwehr von Cyberattacken. Umso wichtiger sei es, sich gut zu vernetzen und gut zusammenzuarbeiten. Persönliche Kontakte seien durch nichts zu ersetzen.

Baden-Württemberg sei bereits gut ausgestellt bei der Cybersicherheit, sagte Strobl. Geschädigte Firmen könnten sich etwa an die Zentrale Ansprechstelle Cybercrime des Landeskriminalamts wenden, die sich um Strafverfolgung kümmert. Als Pilotprojekt für 11 000 Unternehmen im Großraum Karlsruhe soll die sogenannte Cyberwehr zudem schnelle Hilfe nach Angriffen bieten, etwa bei der Wiederherstellung von Daten.

Es sei wichtig, dass das Bundesamt nun auch in der Fläche vertreten sei, sagte Strobl. Das Land habe mit seinen vielen Unternehmen viel zu verlieren. Wie einfach Cyberangriffe vonstattengehen können, habe man erst vor wenigen Wochen erleben müssen, als Prominente und Politiker Opfer einer Cyberattacke „aus einem Kinderzimmer“ geworden seien. Ein Hacker hatte im Dezember bei Twitter täglich neue Daten von Politikern und anderen Prominenten veröffentlicht. Ein Schüler aus dem hessischen Homberg hat die Tat gestanden.

BSI

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