Einige Bundesländer haben darüber nachgedacht, die Abschlussprüfungen an Schulen wegen Corona ganz zu streichen. Nun haben sich die Kultusminister der Länder am Mittwoch nach einer Konferenz aber darauf geeinigt, dass die Abschlussprüfungen in ganz Deutschland trotz Corona-Krise stattfinden. Wie die Kultusministerkonferenz (KMK) nach dem Gespräch mitteilte, vereinbarten die Länder, dass „zum heutigen Zeitpunkt“ eine Absage von Prüfungen nicht notwendig sei. Über das weitere Vorgehen würden sich die Bundesländer eng in der Ministerkonferenz abstimmen.

Die Prüfungen, insbesondere die schriftlichen Abiturprüfungen finden zum geplanten Termin, beziehungsweise zu einem Nachholtermin bis zum Ende des Schuljahres statt.

Schleswig-Holstein will Prüfungen doch nicht ausfallen lassen

Noch am Dienstag war es Schleswig-Holstein, das die Schulabschlussprüfungen wegen Corona ausfallen lassen wollte. Nun ist das Land von diesen Plänen aber abgerückt. Für das Vorhaben soll es in der Konferenz der Kultusminister ordentlich Kritik gegeben haben. Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann sei froh, dass Schleswig-Holstein von seinen vorherigen Plänen abgewichen sei. In Baden-Württemberg sollen etwa die Abi-Prüfungen ab dem 18. Mai stattfinden.

Länder kennen alle erreichten Abschlüsse gegenseitig an

Außerdem wurde in der Konferenz der Beschluss bekräftigt, dass alle Länder die erreichten Abschlüsse in diesem Schuljahr auf Basis gemeinsamer Regelungen gegenseitig anerkennen werden. Schüler sollen aufgrund der momentanen Situation keine Nachteile haben. In Hessen und Rheinland-Pfalz finden momentan schon Abiturprüfungen statt – unter strengen Hygienevorschriften. Andere Länder haben das Abitur und andere Abschlussprüfungen verschoben.

Auch der Landesschülerbeirat war gegen die Absage von Abiturprüfungen im Südwesten. „Unserer Meinung nach sollen die Prüfungen stattfinden“, sagte Landeschef Leandro Cerqueira Karst. Andernfalls sei zu befürchten, dass einzelne Arbeitgeber und Universitäten im Ausland das Abitur in diesem Jahr nicht anerkennen.