Welche Rolle spielen Kinder bei der Übertragung des Coronavirus? Zu dieser Frage haben Unikliniken in Baden-Württemberg wochenlang geforscht - und diese Frage spielt auch eine entscheidende Rolle bei der Wiedereröffnung von Kitas und Grundschulen im Land. Die grün-schwarze Landesregierung hat am Dienstag gemeinsam mit Vertretern der Universitätskliniken in Ulm und Heidelberg die Ergebnisse einer Studie zu Kindern vorstellen.
Demnach sind Kinder nicht so häufig mit dem Coronavirus infiziert wie ihre Eltern und seien nicht als Treiber dieser Infektion anzusehen, sagte Klaus-Michael Debatin, Ärztlicher Direktor der Kinderklinik am Universitätsklinikum Ulm.
Für die Studie wurden etwa 5000 Menschen, die keine Symptome hatten, auf das Virus und auf Antikörper getestet, darunter 2500 Kinder unter zehn Jahren und je ein Elternteil. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte bereits vor rund zwei Wochen erste Erkenntnisse der Studie präsentiert: Demnach könne ausgeschlossen werden, dass Kinder besondere Treiber des aktuellen Infektionsgeschehens seien.

Corona-Studie zeigt überraschendes Ergebnis

So fiel auf, dass das Ausbreitungsrisiko bei Kindern in Notbetreuung nicht erhöht zu sein schien im Vergleich zu den Jungen und Mädchen, die zu Hause betreut wurden. Außerdem hätten nur bis zu zwei Prozent der gesamten Testpersonen Antikörper gebildet.

Kitas und Grundschulen öffnen wieder

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hat bei der Pressekonferenz auch über das Konzept zur Öffnung von Kitas und Grundschulen ab dem 29. Juni informiert. Wegen des Coronavirus gelten weiter besondere Bedingungen, wie Eisenmann am Dienstag in Stuttgart erklärte. Lehrer und Erzieher sollen regelmäßig auf das Virus getestet werden. Das Abstandsgebot wird dann fallen. Kinder aus einer Gruppe sollen sich aber in Kitas und auch in den Schulen nicht mit Kindern aus anderen Gruppen durchmischen. In Kitas können befristet Kräfte eingesetzt werden, die eigentlich nicht die nötige Ausbildung haben.