Der Plan sieht fünf Öffnungsstufen vor, die erste soll kommenden Montag greifen. Dann dürfen - unter strengen Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen - beispielsweise Musik- und Jugendkunstschulen wieder öffnen, oder auch Dienstleister wie Sonnen-, Massage- oder Nagelstudios. Auch Spielbanken und Fahrschulen können ihren Betrieb wieder starten. Bereits bekannt und beichtet war, dass auch kontaktloser Sport im Freien ab Montag wieder erlaubt wird und die Besuchsbeschränkungen in Krankenhäusern, Senioren- und Pflegeheimen gelockert werden.

Lockerung der Beschränkungen in mehreren Stufen

Noch in den zwei Wochen vor Pfingsten sollen dann nacheinander zwei weitere Lockerungsstufen freigegeben werden. Die erste sieht neben einer Öffnung der Grundschulen für Viertklässler die Zulassung von Außengastronomie vor. Auch der Tourismus erfährt dann erste Lockerungen: Campingplätze dürfen für Selbstversorger aufsperren, einige Freizeit-Dienstleister wie Minigolf-Anlagen, Boots- und Fahrradverleihe den Betrieb aufnehmen.

Voraussichtlich Ende Mai dürfen Restaurants und andere Speisewirtschaften auch in ihren Innenbereichen wieder Gäste empfangen. Zudem rechnet die Landesregierung bis dahin mit ersten Ergebnissen einer wissenschaftlichen Studie zur Ansteckungsgefahr mit Covid-19 bei Kindern unter 10 Jahren. Sollten die Ergebnisse es zulassen, könnten Kinderbetreuungsstätten und Grundschulen öffnen. Die Stufe vier greift dann nach Pfingsten und ermöglicht einigen Angeboten im Bereich Tourismus, Freizeit und Sport die Wiederaufnahme ihres Betriebs: Beherbergungsbetrieben, Campingplätzen, Freizeitparks oder Fitnessstudios.

Gar keine Öffnungsperspektive haben vorerst Einrichtungen, Veranstaltungen und Angebote, die die Landesregierung in ihrer Stufe 5 zusammenfasst: etwa Innenräume von Kneipen, Mannschaftssport, Konzerte, Theater und andere Veranstaltungen mit vielen Besuchern, Schwimmbäder und Badeseen, Saunen, Clubs, Bolzplätze, Prostitution. Für all dies gelte: Öffnung „nicht absehbar“.

Der Entwurf der Regierung im Detail

Ab dem 11. Mai (Stufe 1, hellgrün)

Sport unter freiem Himmel und ohne Körperkontakt soll ab Montag wieder erlaubt sein. Freiluft-Sportanlagen wie Golf- oder Tennisplätze, aber auch Reitanlagen und Hundeschulen dürfen dann wieder öffnen. Gleiches gilt für Fahrschulen, Sportboothäfen und den Luftsport. Auch Sonnenstudios, Massage-, Kosmetik- und Nagelstudios sollen dann wieder öffnen dürfen. Im Freizeitbereich können Spielbanken ohne gastronomische Angebote wieder den Betrieb aufnehmen. Musikschulen dürfen mit Einschränkungen wieder loslegen. Das Besuchsverbot in Krankenhäusern wird gelockert.

Vor Pfingsten (Stufe 2, gelb)

Die Außengastronomie soll ihre Pforten wieder öffnen dürfen. Auch Freiluft-Ausflugsziele mit Einlasskontrolle sowie kontaktarme Freizeitangebote wie Minigolf oder Bootverleihe sollen vor Pfingsten in Baden-Württemberg wieder erlaubt sein, genauso wie der Fahrradverleih zu touristischen Zwecken. Für Dauercamper werden Campingplätze und Wohnmobilstellplätze wieder geöffnet. Grundschulen und weiterführende Schulen sollen nur gegebenenfalls schrittweise wieder öffnen.

Bremen

Vor Pfingsten (Stufe 3, gelb)

In einer weiteren Stufe vor Pfingsten soll auch der Innenbereich von Speisewirtschaften geöffnet werden. Kinderbetreuung soll dann gegebenenfalls schrittweise öffnen.

Ab Pfingsten (Stufe 4, orange)

Beherbergungsbetriebe, Campingplätze und Wohnmobilstellplätze dürfen zu touristischen Zwecken wieder öffnen. Dasselbe gilt für Besucherzentren, Freizeitparks, Fitnessstudios, Tanzschulen, Kletterhallen, Indoorsporthallen, Indoorspielplätze. Spaß- und Freizeitbäder sollen nur für Schwimmkurse und -unterricht wieder öffnen dürfen. Auch für die Fluss- und Bodenseeschifffahrt sind Lockerungen vorgesehen.

Derzeit nicht abschätzbar (Stufe 5, rot)

In diese Stufe fallen die Bereiche des Alltags mit der größten Infektionsgefahr. Hygienekonzepte würden in diesen Bereichen derzeit erarbeitet beziehungsweise geprüft, heißt es im Stufenplan. Die Stufe 5 umfasst Großveranstaltungen wie Fachmessen, Publikumsmessen, Volksfeste, Vereinsfeste und Kongresse. Auch für den Innenbereich von Kneipen und Bars gibt es noch keine Lockerungspläne. Gleiches gilt für Saunen und Wellnessbereiche und die Kultur: Theater, Schauspiel, Ballett, Konzerte, Oper, Kino, Musikfestivals, Film-, Theater- und Musikfestivals, Diskotheken müssen noch warten. Auch für Zuschauerbesuche von Sportveranstaltungen, für Freibäder, Badeseen, Bolzplätze und Mannschaftssport braucht es noch Konzepte. In die Stufe 5 fällt auch das Prostitutionsgewerbe.

Weitere Staatshilfen angekündigt

Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz kündigte für Betroffene ohne Öffnungsperspektive weitere Staatshilfen an: „Dort, wo Lockerungen noch nicht möglich sind, muss das Land Betroffene unterstützen“, erklärte er.