Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) sieht diese Entwicklung jedoch nicht nur positiv. „Es wäre positiv, wenn die niedrigen Handelspreise umgehend an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben werden könnten. Ich befürchte aber, dass das nicht so sein wird“, sagte er am Dienstag in Stuttgart. Es drohe vielmehr für das Jahr 2021 die paradoxe Situation, dass die Stromrechnung steige.

Die Gründe hierfür seien vielschichtig, erklärte Untersteller. Unter anderem gehe es um die wachsende Differenz zwischen Börsenstrom und der gesetzlich zugesicherten Vergütung für Produzenten erneuerbarer Energien, die ihren Strom ins Netz einspeisten. Er gehe davon aus, dass deshalb die EEG-Umlage, mit der diese Differenz ausgeglichen wird, stark ansteigen werde und sich der Strompreis für Mittelständler und Haushalte entsprechend erhöhe.

Energieversorgung auch in Corona-Krise gesichert

„Das müssen wir unbedingt verhindern“, sagte Untersteller. Auf seine Initiative hin sei von den Energieministern der Länder am Montagabend beschlossen worden, dass die EEG-Umlage spürbar gesenkt werden müsse. Gegenfinanziert werde dies dann mit dem CO2-Preis, der zum 1. Januar 2021 eingeführt werden solle.

Insgesamt aber sei die Energie-Versorgung während der Corona-Krise gesichert, sagte Untersteller. Die Netzbetreiber hätten umfangreiche Notfallpläne erarbeitet, um den Schichtbetrieb vollständig aufrecht zu erhalten. Das gelte auch für den Fall, dass ein Mitarbeiter positiv auf Corona getestet werde. Der Stromverbrauch sei wegen Corona auf 80 Prozent des normalen Durchschnittswerts gesunken, sagte Untersteller. Grund dafür sei vor allem der Rückgang der Industrieproduktion wegen Corona.