Mannheim Christen beten am Karfreitag mit Flüchtlingen in Mannheim

dpa 25.03.2016

"Wieder neue Anschläge in Brüssel, Istanbul, weltweit", beklagte die ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Konstanze Wegner vor der Kirchengemeinde. "Und hier bei uns Anschläge auf Flüchtlingsheime. Nicht zu ertragen die Mordlust der Fanatiker!" "Immer lauter brüllen die rechten Menschenverächter. Mich trifft das persönlich: Ich bin schließlich ein Mensch", sagte die Islamwissenschaftlerin Bahar Yeniocak.

Beim diesjährigen Gottesdienst beteten auch Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak mit. "Hier sind wir niemand, bestenfalls Flüchtlinge. Nur Flüchtlinge", sagte Shavgar Murad aus Syrien.

"Karfreitag heißt: Wir werfen Gott vor die Füße, was uns quält: den Schock und die Trauer über die Opfer in Brüssel; den Schmerz der Armen, die von allem immer nur das Nötigste haben", sagte Pfarrerin Ilka Sobottke in ihrer Predigt. Aber Gott schaue nicht weg. "Gott ist kein Zuschauer. Der Tod Jesu erlaubt kein unbeteiligtes Zuschauen." Man wolle keine Kirche für Arme und Flüchtlinge sein, sondern das Leben in der Kirche mit Armen und Flüchtlingen gestalten.