Stuttgart CDU kritisiert Pläne für zweite Fremdsprache

Stuttgart / ANDREAS BÖHME 20.09.2013
Die zweite Fremdsprache in weiterführenden Schulen beginnt künftig einheitlich in Klasse sechs. Was wird aus Französisch in Klasse fünf?

Mit der großen Bildungsplanreform will das Kultusministerium 2015 den Beginn der zweiten Fremdsprache vereinheitlichen. Bisher konnten Schulen nicht nur wählen, welche Sprache sie dann unterrichten, sondern auch wann. Damit würde, so heißt es in der Regierungsantwort auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Volker Schebesta, die Durchlässigkeit zwischen den weiterführenden Schulen erhöht. Schebesta hingegen bedauert den Wegfall der Entscheidungsfreiheit und moniert, dass sich die Sprachwahl jetzt den Gemeinschaftsschulen anzupassen habe. Allerdings verfahren schon jetzt zwei Drittel der allgemeinbildenden Gymnasien im Land nach der ab 2015 verbindlichen Struktur.

Schwieriger wird es mutmaßlich für die Kinder entlang dem Rhein. An Gemeinschafts- und Realschulen sowie den Gymnasien, die mit Englisch ab Klasse fünf beginnen, gibt es zweistündige Überbrückungskurse bis zur sechsten Klasse. Spätestens dann beginnt auch der reguläre Unterricht in Französisch. Allerdings, schränkt das Kultusministerium ein, wird der Zusatzunterricht nur auf Wunsch der Eltern erteilt und auch nur, wenn sich mindestens zwölf Schüler pro Klasse finden. Die meisten Gymnasien werden sich dem mehrheitlichen Elternwillen beugen und mit Englisch beginnen. "Für Französisch ist das schade", so Schebesta.

In den Realschulen beginnt die zweite Fremdsprache derzeit noch in Klasse sieben, sie konkurriert dabei auch noch mit anderen Wahlpflichtfächern wie Technik. In den Werkreal- und den Hauptschulen ist ohnehin Englisch Pflicht. Damit die vier Jahre Grundschulfranzösisch nicht umsonst waren, sollen diese Schulen dreistündig Unterricht auf freiwilliger Basis anbieten, der dann bis zum Ende der Schulzeit angeboten wird.

Nicht treffen wird es die 17 bilingualen Schulen, die gleichzeitig zum deutschen Abitur und dem französischen Baccalauréat führen. Sie beginnen weiter mit Französisch als erster Fremdsprache.

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