Der Verzicht auf ein Zwischenlager für Obrigheim mag durchaus sinnvoll erscheinen. Nicht minder verständlich ist der Transport der gleichwohl gefährlichen Überreste der AKW-Ära nach Neckarwestheim. Dort gibt es wegen des Atomausstiegs genügend Platz für die ortsfremden Container.

Aber das Vorgehen des Berliner Verwaltungsgerichts mutet befremdlich an. Die Richter haben gar nicht überprüfen können, was sie zu beurteilen hatten. Das Sicherheitskonzept ist so geheim, dass sich die Juristen darauf verlassen mussten, alles sei schon irgendwie in Ordnung. Weltfremd ist auch die Vorstellung, die Castoren würden wieder abgeholt, falls in einer Amtsstube doch ein Fehler unterlaufen ist.

Neckarwestheim erlebt mit der atomaren Energiegewinnung nicht nur die Kernspaltung, dazu gehört auch reichlich Haarspalterei. Selbst wenn es noch weitere Instanzen gibt, hätte es dem Gericht gut angestanden, es hätte sich eingehender mit der Materie befasst. Mehr Kontrolle könnte auch der Akzeptanz des umstrittenen Schiffskonvois nutzen. Immerhin handelt es sich um die erste Fracht dieser Art auf einem deutschen Fluss.