Es geht wieder ein kleines Stück voran beim A8-Lückenschluss am Albaufstieg: Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) und der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Steffen Bilger (CDU) erklärten heute in Stuttgart, dass man sich endgültig von der Idee eines Projekts in öffentlich-privater Partnerschaft (ÖPP) verabschiedet habe: Sprich: Der Bund baut alleine und trägt auch alleine die Kosten von derzeit geschätzt gut 600 Millionen Euro.

Projekt vorantreiben

„Der Albaufstieg kommt und er wird aus dem Bundeshaushalt finanziert“, erklärte Bilger, der für den Wahlkreis Ludwigsburg im Bundestag sitzt. „Damit zeigen wir, wie wichtig uns der Albaufstieg ist.“ Hermann, der in der Vergangenheit sich für eine rasche Realisierung des Projekts in Eigenregie des Bundes ausgesprochen hatte, begrüßte das Signal aus Berlin: „Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem möglichst zeitnahen Baubeginn des Albaufstiegs.“

Derzeit laufen noch die Planungen für den Bau des Albaufstiegs zwischen Gruibingen und Hohenstadt (Kreis Göppingen). Ziel des Landes sei, das Planfeststellungsverfahren im Herbst 2019 abzuschließen. Im Rahmen dessen habe nun eine Wirtschaftlichkeits-Prüfung ergeben, dass ein ÖPP-Projekt nicht ratsam sei. Weitere Überlegungen in dieser Richtung soll es nicht geben, um eine schnelle Realisierung des Vorhabens nicht zu behindern. „Der Albaufstieg als häufig überlasteter Abschnitt auf der bedeutenden Ost-West-Achse A8 muss jetzt so schnell wie möglich gebaut werden“, erklärte Hermann.

Langer Kampf

Das Land hatte lange um den Ausbau gerungen: Ende vergangenen Jahres hatte der Bund in Person des damaligen Bundesverkehrsministers Alexander Dobrindt (CSU) generell grünes Licht für den Bau des Albaufstiegs zwischen Gruibingen und Hohenstadt (Kreis Göppingen) gegeben – nach neun Jahren, in denen das Planungsverfahren pausiert hat. Für die geplanten 8,3 Kilometer Strecke, die überwiegend in zwei parallelen Röhren (die Tunnel „Drackenstein“ und „Himmelschleife“) unterirdisch die Abbruchkante der Schwäbischen Alb unterqueren soll, ist ein dreispuriger Ausbau plus Standstreifen für beide Richtungen geplant. Es wäre somit der letzte Abschnitt der A 8 im Südwesten, der damit dreispurig ausgebaut werden würde. Bisher peilten Bund und Land 2021 als Ausbau-Start des Albaufstiegs und 2025 als Zielmarke für die Fertigstellung.

ÖPP wiederholt diskutiert

Schon in der Vergangenheit hatte die Politik wiederholt mit dem Gedanken gespielt, die neu ausgebaute Strecke mautpflichtig zu machen und den Bau als ÖPP-Projekt in Angriff zu nehmen. Planungen dazu lagen 2005 vor, allerdings wurde das Planfeststellungsverfahren kurz vor seinem Abschluss gestoppt – 2008 kam man dann schon einmal zum Schluss, dass ein ÖPP-Projekt nicht infrage kommt.

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Unbefriedigende Situation


Der bisherige Albaufstieg bei Mülhausen und der Abstieg am Drackensteiner Hang gelten seit Jahrzehnten als Nadelöhr, sie sind zweispurig und ohne Standstreifen, zudem haben gerade Lastwagen mit der starken Steigung beziehungsweise dem heftigen Gefälle zu kämpfen – aktuell sind es fünf beziehungsweise sechs Prozent Gefälle, zukünftig sollen es maximal 3,5 Prozent sein.

Die umliegenden Gemeinden leiden wiederholt unter dem Ausweichverkehr, wenn sich der Verkehr auf dem A-8-Abschnitt staut. Zudem sind gerade die Brückenbauwerke, die teils noch aus dem ursprünglichen Autobahnbau in den 30er-Jahren stammen, am Ende ihrer Lebenserwartung angekommen. Die Albabstiegstrasse wurde 1937, die Albaufstiegstrasse 1957 mit je 2 Fahrstreifen fertig gestellt.

Allerdings: Auch mit dem Bau der Röhren werden die bisherigen Albauf- und Albabstiege nicht verschwinden: Sie sollen weiter als Ausweichstrecken erhalten bleiben. Inwiefern die alten Trassen also doch noch saniert werden müssen, sei noch unklar, hatte Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) erklärt.