Kommentar Michael Gabel zur Förderung von Kitas Bund muss nachlegen

Michael Gabel, Kommentarfotos
Michael Gabel, Kommentarfotos © Foto: Thomas Koehler/photothek.net
Berlin / Michael Gabel 29.08.2018

Es hört sich nach einer gewaltigen Summe an: 5,5 Milliarden Euro will die Bundesregierung für die Verbesserung der Kita-Qualität ausgeben.  Doch bei näherem Hinsehen ist der Betrag nicht wirklich hoch. Denn überall in Deutschland müssen deutlich mehr Erzieher eingestellt werden, um der enorm wachsenden Nachfrage Herr zu werden – und damit man die Kitagruppen verkleinern kann. Das wird teurer, wahrscheinlich mehr als die in Aussicht gestellte Summe.

 Gut ist, dass Bund und Länder bei diesem Thema endlich kooperieren. Das war lange schwierig, weil die Länder die Bildung als ihr Terrain reklamierten. Dabei betrifft es die gesamte Gesellschaft, wenn es darum geht, Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern zu fördern oder Migrantenkinder mit der deutschen Sprache vertraut zu machen.

Einen Konstruktionsfehler hat das Bundesprogramm: Es ist bis 2022 begrenzt. Wie sollen auf dieser Basis Kommunen und freie Träger  dauerhaft zusätzliches Personal einstellen?  Zeitverträge wiederum schrecken Interessenten ab. Deshalb muss die Bundesregierung nachlegen. Nur vom Prinzip Hoffnung können Kitas nicht leben.

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