Ulm/Karlsruhe Bordell-Prinz kann auf mildere Strafe hoffen

Ulm/Karlsruhe / HANS-ULI MAYER 22.03.2016
Die Verurteilung des Bordellbetreibers Prinz Marcus wegen Steuerhinterziehung ist rechtens. Die Strafe muss aber neu festgesetzt werden.

Bordellbetreiber Prinz Marcus von Anhalt hat einen Teilerfolg vor dem Bundesgerichtshof (BGH) erzielt. Das auf vier Jahre Haft lautende Urteil des Landgerichts Augsburg vom 16. Januar 2015 muss in seinem Strafmaß neu verhandelt werden. Das Gericht hatte den Mann, der mit bürgerlichem Namen Markus Eberhardt heißt, wegen Steuerhinterziehung von mehr als 600.000 Euro zu der mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

An der Verurteilung selbst wird nicht gerüttelt. Der BGH, das höchste Strafgericht Deutschlands, hat die Revision als "unbegründet" verworfen und das Urteil des Landgerichts ausdrücklich bestätigt. Lediglich in Sachen Strafhöhe wird der Revision stattgegeben und die Verhandlung darüber zurück an das Landgericht Augsburg verwiesen.

Markus Eberhardt sitzt seit April 2014 in Untersuchungshaft, wo er wegen der Revision auch nach wie vor ist. In einer Pressemitteilung der Anwaltskanzlei Rehkatsch in Köln wird Eberhardt mit den Worten zitiert: "Ich sitze seit zwei Jahren zu Unrecht im Gefängnis. Man hat mich strafrechtlich verurteilt, obwohl das eigentliche Steuerverfahren noch lange nicht abgeschlossen ist."

Zurückhaltender reagiert die Ulmer Rechtsanwältin Ariande Hepp, die Eberhardt seit Jahren strafrechtlich vertritt. Sie bewertet die Entscheidung des BGH "sehr positiv" und legt ihre Hoffnungen nun auf die erneute Haftbeschwerde, nach der der Prinz freikommen könnte.

Grundlage der Verurteilung war der Umgang des Prinzen mit einigen seiner Luxuslimousinen. Jedes Bordell brauche einen Rolls Royce, hatte er vor Gericht gesagt, die Kosten für die Fahrzeuge somit steuerlich geltend gemacht. Das Gericht jedoch hat die Benutzung der Fahrzeuge als rein privat eingestuft. Wie der BGH jetzt in seiner Revisionsentscheidung andeutet, könnte sich diese Summe eventuell reduzieren und mit ihr auch das Strafmaß.

Eberhardt hat angeblich seinen Adelstitel vor Jahren für etwa eine Million Euro von Frederic von Anhalt, dem Gatten Zsa-Zsa-Gabors, gekauft.

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