Die Polizei in Mannheim sucht nach einer Schießerei und einem Messerangriff mit drei Schwerverletzten in Mannheim nach mehreren flüchtigen Tätern und dem Motiv. Nach ersten Erkenntnissen gerieten Täter und Opfer Mittwochabend gegen 22 Uhr vor einer Gaststätte am noch belebten Marktplatz aneinander.

Kneipenbesucher wurden durch Schüsse aufgeschreckt. Am Tatort stellte die Polizei zwei Patronenhülsen sicher. "Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren", sagte eine Polizeisprecherin. Was mögliche Hintergründe angeht, hielten sich Polizei und Staatsanwaltschaft bedeckt.

Ob es sich um scharfe Munition oder um Schreckschusswaffen handelte, wurde nicht bekannt. Die Verletzten im Alter von 22 und 29 Jahren erlitten Stichverletzungen, zum Teil mehrere. Aufschluss erhoffen sich die Ermittler vor allem von den Aussagen der drei Verletzten, einer wurde in der Nacht notoperiert. "Das ist der große Ansatzpunkt", sagte eine Polizeisprecherin. Ihr zufolge wurden bereits "zahlreiche" Zeugen vernommen. Ob darunter auch die Verletzten waren, sagte sie nicht. Die Polizei schließt nicht aus, dass es sich um einen Streit zwischen rivalisierenden Gruppen gehandelt haben könnte.

Die Gruppe der Täter soll rund ein Dutzend Männer umfasst haben, die alle bei Eintreffen der Polizei schon das Weite gesucht hatten. Zunächst war aber unklar, wer die Beteiligten der Auseinandersetzung sind und in welchem Verhältnis sie zueinander stehen. "Der Sachverhalt ist sehr komplex", sagte ein Polizeisprecher.

"Ich habe fünf Schüsse gehört", berichtete ein Anwohner dem "Mannheimer Morgen". Er habe etwa 15 bis 20 Personen gesehen, die sich lautstark gestritten hätten. "Es ging sehr hektisch und unübersichtlich zu." Kriminaltechniker werteten am Donnerstag zahlreiche Spuren aus, die sie in der Nacht am großflächig abgesperrten Tatort gesammelt hatten.

Auch ein Polizeihund war zum Einsatz gekommen. Laut "Mannheimer Morgen" war der Straßenbahnverkehr zeitweise behindert, Gaststätten mussten schließen. Experten der Spurensicherung hätten an mehreren Stellen Blut und Reste von Projektilen entdeckt.