Wegen des Verdachts auf Besitz von kinderpornografischen Schriften hat die Kriminalpolizei Aalen bereits am vergangenen Donnerstag die Wohnung eines katholischen Pfarrers in Lauchheim (Ostalbkreis) durchsucht. Diese Information teilte die Diözese Rottenburg-Stuttgart am Sonntag der Öffentlichkeit mit. Ein Sprecher der Polizeidirektion Aalen bestätigte, dass es ein entsprechendes Ermittlungsverfahren gebe. Zu Details und zum Zeitplan gab der Beamte keine weitere Auskunft.

Nachdem die Kripo Aalen die Diözese von der Durchsuchung unterrichtet hatte, veranlasste Bischof Gebhard Fürst, dass der in Verdacht geratene Mann bis zur „endgültigen Klärung des Sachverhalts seine Aufgaben als Pfarrer der Seelsorgeeinheit ruhen lässt“. Der Pfarrer, der zugleich stellvertretender Dekan des Dekanats Ostalb ist, habe bereits dieses Wochenende die Gemeinde in Lauchheim verlassen. Der Mann werde nun seelsorglich und psychologisch betreut.

Derzeit sichte und prüfe die Polizei die in der Wohnung des Pfarrers sichergestellten Beweismittel. Eine Entscheidung zur Anklageerhebung stehe folglich noch aus, teilte die Diözese in ihrer Pressemitteilung mit.

In der kommenden Woche trifft die Diözesanleitung mit Vertretern der Kirchengemeinden der betroffenen Seelsorgeeinheit Kapfenburg zu Beratungen zusammen. Die Gemeindemitglieder wurden am Wochenende in den Gottesdiensten informiert. In den Kirchen der Seelsorgeeinheit Kapfenburg wurde eine entsprechende Mitteilung des Bischhöflichen Ordinariats verlesen.

Darin heißt es, dass einzig wegen des Verdachtes des Besitzes von kinderpornografischen Bildmaterials gegen den Pfarrer ermittelt werde, der 2007 in die Gemeinde kam. Bischoff Fürst habe am vergangenen Freitag die Suspendierung des Pfarrers zum Schutz für die zur Seelsorge Anvertrauten veranlasst

Zudem mahnte die Diözese die Gemeindemitglieder zur Besonnenheit auf. Man bitte die Gläubigen aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes des Pfarrers, „sich eventueller Schuldzuschreibungen zu enthalten“. Darüber hinaus betonte die verlesene Mitteilung des Bischofs: „Bis zur endgültigen Klärung des Sachverhaltes gilt die Unschuldsvermutung.“