Bildung Bildungsplattform „Ella“: Misstöne vor wegweisender Sitzung

Stuttgart / Axel Habermehl 19.07.2018

Wenn heute in der letzten Landtagssitzung vor den Sommerferien die Glocke zur Mittagspause läutet, haben die Bildungsexperten unter den Abgeordneten nicht frei. Sie müssen zur Sondersitzung. Wieder ist „Ella“ Thema, die nicht betriebsbereite digitale Bildungsplattform für die Schulen im Land. Wieder wird es Ärger und Fragen geben.

Der Ausschuss hört die Entwickler der in Verzug geratenen  Plattform an, den kommunalen Zweckverband KIVBF, der nach einer Fusion nun ITEOS heißt. Angekündigt ist der ­Vorstandsvorsitzende William Schmitt. Er hat den Abgeordneten bereits geschrieben. Per Mail dankte er für die Einladung, berichtete vom Projektstand und schlussfolgerte: „Wir haben nach unserer Einschätzung aus den Projektmängeln die richtigen Schlüsse gezogen, um ,Ella’ gemeinsam zum Erfolg führen zu können.“

Da sind die Politiker zurückhaltender. Abgeordnete ärgert, dass Schmitt seiner Mail eine Stellungnahme angehängt hat, die mehrere Wochen alt ist und über die diese Zeitung berichtet hat. Viel umfangreichere Auskünfte gingen an Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). Die Ausschussvorsitzende Brigitte Lösch (Grüne) hat Schmitt gestern deshalb eine Mail geschickt. Darin fragt sie, warum das Parlament nicht alle Informationen bekomme. Das sei „nicht nachvollziehbar und transparent“.

Eisenmann sagte dazu: „Dass der Bildungsausschuss die Stellungnahme bekommen hat, über die schon vor Wochen in der Tagespresse berichtet wurde, hat mich sehr verwundert.“ Doch auch sie ist dem Vernehmen nach unzufrieden mit ihren exklusiven Informationen. Nach Informationen dieser Zeitung enthalten sie etwa einen Zeitplan, der eine „Test- und Pilotphase“ an fünf Schulen für Juni 2019 und den „Produktivstart“ für September 2019 vorsieht – eine Verzögerung um ein weiteres Jahr also.

Man habe das „zur Kenntnis genommen“, sagte Eisenmann. Auch andere Fragen seien offen, etwa zur Vertragssituation mit Subunternehmern. Sicher schien für die Ministerin vorerst nur eines zu sein: „Die Frage, ob und wie es mit ,Ella’ weitergeht, werden wir auch in der Sondersitzung eher nicht beantworten können.“

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