Das seit Monaten in der Krise steckende Projekt zum Aufbau der digitalen Bildungsplattform „Ella“ wird neu gestartet. Das verkündete Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) am Donnerstag im Bildungsausschuss des Landtags. „Wir möchten die technische Partnerschaft mit Iteos nicht fortsetzen“, sagte sie.

„Ella“ ohne Partner Iteos

Ihr Ministerium habe „die Auffassung gewonnen, dass Iteos nicht der Partner ist, mit dem wir weiter vorgehen können“, erklärte Eisenmann. Sie betonte, ihr Schritt sei mit dem für Digitalisierung zuständigen Innenminister Thomas Strobl (CDU) abgestimmt. Nun solle die Behörde BITBW Vorschläge zur Weiterführung von „Ella“ ohne Iteos machen. Sie ist für alle IT-Projekte des Landes zuständig und war bisher zwischen Kultusministerium als Auftraggeber und Iteos als Dienstleister geschaltet. Dessen Vorgängerorganisation KIVBF arbeitet seit rund drei Jahren an „Ella“.

Der Neustart verzögert das Projekt erheblich. Eisenmann betonte, die neuen Leistungen müssten EU-weit ausgeschrieben werden. Sie rechne dafür mit mindestens neun Monaten.

Unklar ist, wie groß der finanzielle Schaden für das Land ist, der mit dem Bruch einhergeht. Insgesamt sind für „Ella“ 28,7 Millionen Euro eingeplant. 8,7 Millionen hat das Kultusministerium bereits an BITBW gezahlt, dieses hat rund 6,2 Millionen an Iteos beziehungsweise vorher KIVBF weitergeleitet. Die wiederum zahlten offenbar schon rund fünf Millionen an private Subunternehmer. Zudem investierte der Dienstleister offenbar massiv in Technik.

Das Projekt steckt seit Februar in der Krise. Da hätte „Ella“ eigentlich in den Testbetrieb gehen sollen, doch es gab technische Probleme. Seitdem läuft die Aufarbeitung. Iteos-Verbandschef Stefan Dallinger, Landrat des Rhein-Neckar-Kreises, reagierte enttäuscht: „Wir haben einen gültigen Vertrag. Das Land muss jetzt auf uns zukommen.“ Die Opposition drohte mit einem Untersuchungsausschuss.

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